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Ausstellung Evershagen in Bildern

Von Heide Niemann-Rabe | 27.06.2018, 12:00 Uhr

Frauen der Mal- und Grafikgruppe gestalten für die Lange Back am 4. Juli die Exposition „Vielfalt“.

„Rostock an einer langen Back – Geschichte(n) aus den Stadtteilen“ – so wird es am Mittwoch, 4. Juli, auf dem Platz vor dem Kröpeliner Tor heißen. Die Rostocker Stadtteile haben die Möglichkeit, sich Einwohnern und Gästen von ihrer besten Seite zu präsentieren. Wie? Womit? Vor allem: Wird es regnen, stürmen oder die Sonne brennen? Auf jeden Fall wird es interessant werden unweit von Jastrams Bronzefigur „Schreiender Hengst“.

Die Frauen der Evershägener Mal- und Grafikgruppe haben zum großen Stadtgeburtstag ihrem Stadtteil ein besonderes Geschenk gemacht. Unter dem Thema „Vielfalt“ gestalteten sie mit 16 Bildern eine kleine Ausstellung, die seit einigen Tagen im Gemeinsamen Haus, Henrik-Ibsen-Straße 20, zu sehen ist – und später auch bei der Präsentation der Stadtteile dazugehören soll. Seit 1989 besteht die Gruppe unter der Leitung von Barbara Relitz von der Jugendkunstschule Arthus, die wöchentlich für zwei Stunden im Mehrgenerationenhaus Evershagen, Maxim-Gorki-Straße 52, zusammenkommt.

Eine von ihnen ist Gisela Tornow. Von Anfang an ist sie dabei und als Evershägerin der ersten Stunde liebt sie ihren Stadtteil und möchte nirgendwo anders leben. Aber als es darum ging, ein besonderes, prägnantes Motiv für ein Bild zu finden, das charakteristisch für Evershagen ist, war sie anfangs ratlos. „Ich bin mit dem Fahrrad kreuz und quer durch Evershagen gefahren, habe viel fotografiert und dabei die Vielfalt in Evershagen bewusst erfasst“, erzählt sie. Dörfliche Einfamilienhäuser und Wohnparks, Terrassen-Hochhäuser und das Rasmussen-Haus, Grünflächen mit Spielplätzen, Gärten und Erholungsgebiete, schnittige Straßenbahnen, Baustellen … Und dann die Entscheidung: Kohle, Kreide, Acryl, Öl oder Aquarell? Papier oder Leinwand? Groß oder klein und welches Format? Aber es hat Spaß gemacht – und dies wird auch von ihren Malfreundinnen bestätigt. Jedes Bild wird von der Entstehung an durch die Gruppenmitglieder aufmerksam begleitet. Helfende Kritik, besonders von der ausgebildeten Kunsterzieherin Barbara Relitz, ist für sie wichtig. Sie lernen gerne immer noch dazu und sind glücklich, wenn das Ergebnis gefällt.

Spannend ist die Endphase der Aktion. Der Raum ist hell und freundlich möbliert. Die leuchtend gelben Wände frisch gestrichen. Unter der Decke ist eine lange Galerieschiene befestigt. So können die Bilder mit Haken und Nylonseilen problemlos positioniert werden. Aber so einfach ist es nicht. Keinesfalls ist die Reihenfolge willkürlich. Die Größe spielt eine Rolle, aber auch die Grundfarben und die Maltechnik.

„Und dann sollten die Bilder auch noch mit der gelben Wandfarbe harmonieren“, lacht die Leiterin und zuckt die Schultern. Die Aquarelle kommen hinter Glasscheiben und bekommen Passepartouts verpasst. Es wird diskutiert und beraten – aber irgendwann stimmt es, die Malerinnen sind zufrieden. Der Besuch der Ausstellung lohnt in jedem Fall.