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Entsorgung Falsche Mülltrennung wird bestraft

Von CMIL | 03.03.2015, 12:00 Uhr

Nicht ordnungsgemäß befüllte Tonnen bleiben stehen.

Überquellende Mülleimer und gelbe Säcke, aber keine Möglichkeit, sie zu entsorgen – mit diesem Problem hatte Karsten Wiedmann tagelang zu kämpfen. Weil die Mülltonnen seines Wohnhauses in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt nicht richtig befüllt waren, weigerte sich die Stadtentsorgung, sie abzuholen. „Ich finde das ärgerlich. Man kann den Schuldigen nicht ausmachen und die anderen müssen dafür bezahlen“, sagt Wiedmann.

In der Tat schlägt sich die Angelegenheit auch finanziell zu Buche. „Kommen die Mieter der Aufforderung, den Müll nachträglich zu sortieren, nicht nach, muss der Vermieter Zusatzkosten für eine spezielle Entsorgung tragen“, erklärt Steffen Böhme, Sprecher der Rostocker Stadtentsorgung. Das werde dann auf die Betriebskosten der Mieter aufgeschlagen.

Dennoch würden die Mitarbeiter der Stadtentsorgung keineswegs kleinlich sein, so Böhme. „Wir drücken auch schon mal ein Auge zu.“ Keine Diskussionen gebe es allerdings, wenn Windeln in der gelben Tonne entsorgt werden oder Bauschutt in der Papiertonne. Im Fall von Karsten Wiedmanns Wohnhaus wurden unter anderem Sträucher in der Tonne für Leichtverpackung abgeladen.

In Fällen wie diesen kann die Stadtentsorgung entscheiden, den Müll nicht abzutransportieren. „Es ist nicht unsere Aufgabe, nachzusortieren“, sagt Böhme. „Wenn wir feststellen, dass Tonnen komplett falsch befüllt sind, versehen wir sie mit einem roten Aufkleber“, erklärt er. Dieser sei eine Aufforderung, noch einmal nachzusortieren. „Wird nicht reagiert, muss der Vermieter aktiv werden.“ Oft muss dieses Prozedere aber nicht angewendet werden. „Die Rostocker sind im Großen und Ganzen vorbildlich, was die Mülltrennung anbelangt“, sagt Böhme. Aber Ausnahmen gebe es immer wieder. „Gerade in der KTV ist es manchmal schwierig, weil besonders dort viele Mieter sich nicht wirklich für die Mülltrennung verantwortlich fühlen“, sagt Steffen Böhme.

Die Frage nach der Verantwortlichkeit konnte auch in Karsten Wiedmanns Haus nicht geklärt werden. Der Vermieter habe die Bewohner zwar mit einem Anschreiben im Hausflur auf das Problem hingewiesen, passiert sei aber gar nichts, berichtet der 29-Jährige. „Dass es sich so lange hingezogen hat, ärgert mich am meisten. Ob mit oder ohne Absicht – niemand hat die Verantwortung übernommen und deswegen wurde der Müll fast zwei Wochen lang nicht abgeholt.“ Nachdem er seine Abfälle einige Tage im Keller gelagert hatte, wurden die Tonnen mittlerweile geleert.