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Mein Verein Fantastische Schwerelosigkeit

Von SUSA | 21.07.2018, 05:00 Uhr

Tauchverein-Mitglieder schwärmen von ihren Erlebnissen. Viele Unternehmungen und monatlicher Stammtisch mit Weiterbildung.

Die meisten der rund 70 Mitglieder des Tauchvereins Stolteraα e.V. sind sehr unternehmungs- und reiselustig. Die Rostocker kennen beispielsweise bereits die Gewässer von Mauritius, der Malediven und das Rote Meer. Sie waren mehrmals in Schweden. Und auch die Reise nach Ibiza ist unvergessen.

In diesem Jahr soll es im Oktober gemeinsam nach Kroatien gehen. Mit im Gepäck ist selbstverständlich in jedem Fall die entsprechende Taucherausrüstung. „Natürlich unternehmen wir nicht immer solche spektakulären Reisen. Denn auch in der Ostsee vor unserer Haustür macht das Tauchen Spaß“, sagt Vereinsvorsitzender Gerd Niedzwiedz.

Das bestätigt auch Sebastian Bergfeld. „Ganz klar, hier gibt es nicht die Farbenvielfalt wie in südlichen Gefilden. Aber die Unterwasserwelt der Ostsee ist auch sehr interessant“, so der Taucher. Er verweist auf Wittlingsschwärme, Flundern und Exoten wie den Mondfisch oder Seeanemonen, die auch Aktinien genannt werden und in unseren Breiten sehr selten vorkommen.

Darüber hinaus treffen sich die Vereinsmitglieder im November zum Jahresabschluss- oder Bierkistentauchen im Gardener See, trainieren regelmäßig in der Rostocker Neptunschwimmhalle und gestalten pro Jahr zwei Taucherlager, die stets gut besucht sind. Einmal pro Woche wird die in Reutershagen befindliche Materialkammer aufgesucht, wo die Vereinsmitglieder ihre Druckluftflaschen auffüllen können und wo ein Teil der Ausrüstung gelagert wird. Beliebt ist der monatliche Stammtisch im Bauernhaus Biestow. Da wird nicht nur geklönt, sondern ganz praktisch gefachsimpelt. Beispielsweise über die Erstbehandlung eines verunfallten Tauchers mit Sauerstoff. „Zudem laden wir auch gern Experten ein, die uns über Neuigkeiten aus der Unfallmedizin oder Haifischforschung informieren. Ein Feuerwehrmann hat uns im Umgang mit Sauerstoffsystemen geschult. Langweilig ist es in unserem Verein nie“, sagt Gerd Niedzwiedz, der im Forschungstauchzentrum an der Universität Rostock arbeitet.

Wie der Vereinsvorsitzende berichtet, ist der Tauchverein Stolteraα e. V aus der bereits Anfang der 1960er Jahre gegründeten Tauchsportsektion der Gesellschaft für Sport und Technik der Universität Rostock hervorgegangen. Mit der Wende hat sich diese Sektion aufgelöst, woraufhin am 30. Juni 1990 der eingetragene Verein gegründet worden ist. Bereits ein Jahr später gesellten sich die Alpha-Taucher des Düngemittelwerks hinzu, weshalb das zweite A der Bezeichnung Stolteraα mit dem Alpha-Zeichen endet.

„Ziel unseres derzeit 70-köpfigen Vereins ist die breite Förderung des sportlichen Tauchens. Dazu gehört auch die taucherische Aus- und Weiterbildung unserer Mitglieder“, betont Niedzwiedz.
Fragt man die Taucher, unter denen auch einige Frauen sind, warum sie dieses Hobby gewählt haben, sind sie sich einig: Wenn sie es mit ihrer 25 bis 50 Kilogramm schweren Ausrüstung ins Wasser geschafft haben, werden sie mit einer unglaublichen Stille belohnt. „Dann diese fantastische Schwerelosigkeit. Und natürlich die Tiere und Pflanzen. Man muss es erlebt haben“, meint Holger Häusler.