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Zoo Rostock Fiete verzögert das Polarium

Von Stefan Homann | 04.06.2015, 08:00 Uhr

Eisbären-Baby Fiete soll im Rostocker Zoo aufwachsen. Dadurch verzögert sich die Eröffnung des neuen Zentrums für Tiere.

Das neue Prestigeprojekt des Rostocker Zoos, das Polarium, verzögert sich. Anstelle dessen, dass es, wie ursprünglich geplant, 2016 eröffnet, soll es frühstens Ende 2017, tendenziell eher zum Stadtgeburtstag 2018, so weit sein. Grund sei nicht der ausstehende Fördermittelbescheid des Landes, sagt René Gottschalk, Leiter für Marketing und Besucherservice, es sei Fiete.

Das Eisbären-Baby erblickte am 3. Dezember das Licht der Welt und veränderte alles. Er soll möglichst seine ganze Kindheit im Rostocker Zoo verbringen, sagt Gottschalk. Fiete soll bei seiner Mutter sein, von ihr lernen, erklärt Kuratorin Antje Zimmermann: „In der Natur sind Mutter und Jungtier bis zu zweieinhalb Jahre zusammen.“ Fiete und Vilma bleiben bis Herbst 2016 im Zoo.

Die Abrissarbeiten beginnen daher nicht wie geplant in diesem Jahr, sondern erst Ende des nächsten. Dann verlassen die Eisbären Rostock. Im Polarium soll, wenn es fertig ist, ein Pärchen leben – als Weibchen vielleicht Vilma. Wo Fiete hinkommt, wird über das Europäische Zuchtprogramm erst wenige Monate vor seiner Abreise entschieden. Das Programm muss mit den aktuellen Fakten rechnen: Wo sind Eisbären verstorben? Wo neue geboren? Wo macht sich Fiete am besten? Vienna könnte womöglich trotz Pärchenplanung zurückkehren und für ihre alten Tage auf eine entsprechende Anlage am Polarium ziehen.

Der Bau soll 9,7 Millionen Euro kosten. Die Stadt bezuschusst ihn über die nächsten zehn Jahre mit 2,4 Millionen Euro. Durch Spenden will der Zoo die Summe auf mehr als 3 Millionen Euro bringen. Das entspräche auch dem Eigenanteil, den das Land für seine Förderung voraussetzt. Ein finanzieller Puffer wäre gut, denn durch das Polarium werden wahrscheinlich auch andere Arbeiten nötig, beispielsweise an Leitungen, sagt Gottschalk. Den Fördermittelbescheid des Wirtschaftsministeriums hatte der Zoo eigentlich schon im Dezember erwartet. Doch kein Grund zur Sorge, alles sei in der Frist, sagt Gottschalk. Das Land stünde dem Projekt wohlwollend gegenüber. Die Förderhöhe ist noch nicht klar. Der Zoo wartet aber nicht nur ab, sondern definiert derzeit, wie groß die Anlagen für Pinguine und Eisbären sein sollen und wie sie unter Wasser zu sehen sein werden. Eine Neuerung gibt es schon: mehr Platz. Neben der Fläche der Bärenburg kommt auch die der jetzigen Pinguinanlage dazu. Profitieren sollen die Eisbären. In den nächsten Wochen werden die Planungsarbeiten ausgeschrieben. Haben die Architekten gearbeitet, werden Genehmigungen beantragt. Die Verzögerung durch Fiete nehme da auch den Druck, sagt Gottschalk.

Das Polarium soll aber nicht nur Lebensraum für die Tiere sein, sondern auch eine Bildungsstätte. Es wird Meeresströmungen erklären und für Besucher den Blick in die Tiefsee eröffnen.