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Unterstützung Fördermittel entlasten Fahrgäste

Von AENG | 01.08.2018, 05:00 Uhr

RSAG erhält Zuwendungen in Höhe von 5,4 Millionen Euro. Damit werden Mehrkosten ausgeglichen und neue Busse angeschafft.

Gleich zwei Zuwendungsbescheide in Höhe von rund 5,4 Millionen Euro konnte gestern Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) an Jan Bleis von der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) überreichen. Bei einer Tram-Fahrt von der Hamburger Straße bis zum Doberaner Platz machte sich der Minister einen kleinen Eindruck vom Rostocker Nahverkehr. „Wir haben zwei große Städte mit einem Straßenbahnnetz. Es ist wichtig, dessen Erhalt zu fördern. Die Netze sollen nicht an ihre Grenzen kommen müssen“, so Pegel.

Durch erhöhte Aufwendungen für Gleisanlagen und Stromversorgungssysteme entstehen jährlich erhebliche Mehrkosten. Mit einer Anteilsfinanzierung von 2,7 Millionen Euro aus Regionalisierungsmitteln des Bundes soll der dadurch entstandene Nachteil ausgeglichen werden. Weitere knapp 2,7 Millionen Euro aus Landesmitteln werden für Investitionen zur Verbesserung der Infrastruktur des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPVN) und Neu- oder Wiederbeschaffungen von Fahrzeugen aufgewendet. „Die Mittel werden für die Instandsetzung und Wartung der Anlagen sowie die Fahrzeugbeschaffung eingesetzt. Die dadurch entstehenden Kosten müssen Dank der Förderung nicht auf die Fahrgäste umgelegt werden, die wir so wenig wie möglich belasten wollen“, erklärt der technische RSAG-Vostand.

„Normalerweise obliegt die Instandhaltung der Infrastruktur dem Staat, doch bei Schienen wird ein Teil auf die Unternehmen umgelagert. Infrastruktur umfasst dabei nicht nur die Neubeschaffung von Fahrzeugen, sondern auch Investitionen in den Anlagenbau – wie Haltestellen, Gleise und Weichen“, erläutert Bleis. Besonders wichtig und ein regelmäßiger Kostenfaktor sind die Weichen. „Diese werden stark beansprucht und haben einen hohen Verschleiß. Aufgrund der Sicherheit muss hier natürlich regelmäßig etwas getan werden“, sagt der Experte.

Neben Wartung und Pflege wird jährlich die Busflotte mit neuen Fahrzeugen aufgefrischt. „Das Durchschnittsalter unserer Busse liegt bei sechs Jahren. Dafür müssen die Fahrzeuge aber regelmäßig ausgetauscht werden, um so die Flotte stabil zu erhalten“, erklärt Bleis. Bei den Straßenbahnen bedarf es allerdings einer längeren Vorbereitung. Neuanschaffungen sind hier erst ab 2020 geplant. „Eine Tram ist zirka 30 Jahre im Einsatz. Die Neubeschaffung muss langfristig vorbereitet werden und braucht zirka ein Jahr Vorlauf“, betont Bleis. Kommende Woche soll es bereits erste Gespräche geben und ein grobes Konzept erarbeitet werden. Die Anschaffung dauert etwa drei Jahre und umfasst die Planung, Ausschreibung und Produktion von zirka 40 Straßenbahnen.