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Rostocker Heide Förster will Halt im Wald

Von NICP | 26.08.2018, 09:00 Uhr

Ministerium stimmt zu, gibt aber kein Geld. Arbeitsgruppe will Optionen auf Fördermittel ausloten.

„Ja, den Halt könnt ihr gerne bauen, aber nicht mit unserem Geld“, das ist in etwa die Quintessenz der städtischen Antwort auf die Anfrage, ob nicht in der Rostocker Heide ein Bahn-Halt entstehen kann. „Aber ich brauche eine nachhaltige Nutzung für den Wald“, sagt Stadtforstamtsleiter Jörg Harmuth, und damit sinngemäß: Er muss und will die touristische Nutzung der Heide fördern, um sie über diese Daseinsberechtigung auch für spätere Generationen zu erhalten. Ganz abgesehen davon, dass er den hohen Wert für die Rostocker, Bewohner der Umlandgemeinden und Urlauber heute sieht und sie erreichbarer machen will.

„Uns könnte nichts besseres passieren als die Rostocker Heide mit der Bahn anzubinden“, sagt Tourismuschef Matthias Fromm. Das würde auch Verkehr raushalten, sogar die Straße entlasten. Die Gleise sind ja bereits da. Mit der Deutschen Bahn haben die Stadtförster schon beraten. Was nicht möglich wäre ist, den neuen Haltepunkt Rostocker Heide beziehungsweise Wiethagen als vierten auf der Strecke zu etablieren, aber es ginge durchaus, ihn im Wechsel mit Torfbrücke anzufahren, erklärt Harmuth. Das könnte die Stadt dann sogar intern regeln. Und „Platz ist da für einen 100 Meter-Bahnsteig“ in der Heide, sagt Harmuth.

Eben den fordert die Bahn dafür. 600 000 Euro würde die Errichtung von Ein- und Ausstieg kosten. Fehlt nur noch der Weg zur Umsetzung – auch ohne das Infrastrukturministerium, das kein Geld geben will.. „Wir denken, dass wir Unterstützung im politischen Raum kriegen.“ Denn auch auf Landesebene gibt es noch eine Chance: Wirtschafts- und Tourismuschef Harry Glawe (CDU). Stadtforstamtsleiter Harmuth will sich nochmal mit Tourismuschef Fromm und Verkehrsamtsleiter Heiko Tiburtius zusammensetzen und abwägen, welche Möglichkeiten es gibt, Fördermittel zu bekommen. Auch eine Bürgerschaftsvorlage, die noch einmal über das Gesamtvorhaben informiert, soll ausgearbeitet werden.

„Man braucht kein Auto, um 6000 Hektar Wald zu erleben“, sagt Jörg Harmuth. Eben das könnten die Rostocker erfahren, wenn sie statt über die häufig überfüllte B105, mit der Bahn einreisen könnten.