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Rostock Folgen einer Himmelfahrtsfete

Von isea | 25.07.2009, 01:57 Uhr

Das Landgericht hat gestern den Rostocker Renè L.

(29) wegen schwerer räuberischer Erpressung zu drei Jahren Haft verurteilt. Nach der Verkündung blieben Renè L., sein Verteidiger sowie Verwandte und Freunde völlig bestürzt im Saal sitzen. Dieses Urteil hatten sie offensichtlich nicht erwartet. Für das Gericht war die Tat bewiesen.

Am Abend des 30. Mai 2008 traf sich der Angeklagte mit Freunden am War nowufer, um in den Himmelfahrtstag hineinzufeiern. Es wurde gegrillt und so nebenbei ein Kasten Bier sowie drei Flaschen Rum geleert. Später zog man nach Dierkow in die Wohnung eines Pärchens. Die Wohnungsinhaberin hatte zuvor Ecstasy und Speed gekauft, für die der Angeklagte von ihr 50 Euro verlangte. Streit entstand, da sie ihre Geldbörse nicht fand. Ohne Geld zog der Angeklagte mit Freunden in die Diskothek "Fun". Er war total pleite, so eine Zeugin, deshalb ließen ihn die Außenstände keine Ruhe. Mit einem Unbekannten fuhr er erneut nach Dierkow. Der Begleiter trat die Tür mit Zarge in den Flur. Erneut verlangte er 50 Euro. Der Unbekannte schlug der Frau ins Gesicht, Renè L. steckte dem Ehemann eine Pistole in den Mund, schlug ihm ins Gesicht. Als die Geldbörse gefunden war, nahm sich der Angeklagte 50 Euro, sein unbekannter Begleiter 100 Euro. "Wenn ihr die Polizei verständigt, bringen wir euch um", drohten beide.

Renè L. legte während der zweitägigen Verhandlung ein Teilgeständnis ab, bestritt aber den Einsatz einer Pistole. Das Gericht hielt die Aussagen des Pärchens für glaubwürdig. Es ging zu Gunsten des Angeklagten von einer "ungefährlichen" Waffe und von einer eingeschränkten Steuerungsfähigkeit aus. "Wir gehen in Revision", gab der Verteidiger bekannt.