Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion NNN

Gewässerverschmutzung Greepeace-Laborschiff "Beluga" legt in Warnemünde an

Von Michaela Kleinsorge | 04.11.2018, 19:02 Uhr

Spannende Einblicke für Besucher hat am Sonntag das Greenpeace-Laborschiff "Beluga" beim Open Boat geboten.

Wer schon immer mal wissen wollte, wie es um die Brunnenverhältnisse im eigenen Garten bestellt ist, der durfte am Sonntag eine Wasserprobe im Schiffsmesslabor der "Beluga II" abgeben und erleichtert oder beunruhigt der nächsten Gartensaison entgegensehen. Leider bringt die Gülle neben ihrem Gestank auch hohe Phosphat- und Nitratwerte mit sich, die neben einer Veralgung der Flüsse und der Ostsee auch die Gartenfreuden im Gemüsebeet trüben können. Das Greenpeace Forschungsschiff "Beluga II" hatte am Passagierkai einen Zwischenstopp eingelegt. Beim Open Ship gab es für die Besucher viele Informationen zum Thema Ostsee. Insbesondere die Gülle-Problematik mit gravierenden Folgen für die Meere und Flüsse hatten sich die Naturschutzaktivisten auf die Fahne und Flyer geschrieben. Das teure Equipment samt Hintergrundinformationen weckte bei den Schiffsführungen das Interesse der Besucher.

,,Jährlich landen 200 Millionen Liter Gülle auf deutschen Feldern, die sogar von anderen Nachbarländern mit strengeren Vorschriften auf Güllebörsen für 15 Euro pro Kubikmeter an deutsche Landwirte verkauft werden“, beschreibt Florian Becker von der Rostocker Ortsgruppe die derzeitige Situation. So versickern die Ausscheidungen der Massentierhaltung nicht nur im Boden, sondern auch im Grundwasser und letztendlich in den Meeren. ,,Grenzwertig ist auch der zugewiesene Anlegeplatz außerhalb des Publikumsverkehrs für die wichtige Öffentlichkeitsarbeit, denn immerhin geht es um das Wohlergehen unseres liebsten Kindes - der Ostsee“, bemerkte eine Rostockerin bei der Schiffsbesichtigung ,,Auf unserer letzten Tour vor Dänemark, Fehmarn, der Lübecker Bucht und Flensburger Förde wurden keinesfalls erfreuliche Mess-Ergebnisse festgestellt“, resümierte Becker. Einige Rostocker mit eigenem Brunnen waren wenig begeistert über die über dem Grenzwert liegenden Resultate des Schnelltests. Immerhin ist die Wasserwelt im Saaler Bodden noch völlig in Ordnung. Das beruhigte beispielsweise Wassersportler Albrecht Dietze aus Rostock, der dort im Sommer oft mit der Familie die Freizeit verbringt.