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Warnemünde Frischekur für die Dünen

Von Redaktion svz.de | 14.03.2015, 08:00 Uhr

Tausende Strandhafer-Pflanzen kommen bis Ostern in den Boden

Mit schwerer Technik werden in diesen Tagen die Dünen 11 und 13 in Höhe des Hotels Neptun und des A-ja-Resorts abgeschoben. „Anschließend werden wir die Flächen wieder mit Strandhafer bepflanzen, den wir vor dem Abschieben gewinnen“, sagt Fred Janowitz von der VVL Landschaftspflege GmbH in Volkenshagen.

Tausende Pflanzen gilt es per Hand in den Sand zu setzen. Pro Quadratmeter sind das je nach Größe vier bis neun Büschel, die aus fünf bis sieben Pflanzen bestehen. „Diese Arbeit erledigen zwei Kollegen. Ein Mann geht mit dem Spaten vorweg, der andere setzt in das Loch die Pflanze ein“, beschreibt der Bauleiter die aufwändige und anstrengende Prozedur.

Bis Ende März und damit vor dem Osterfest, so Beate Hlawa von der Tourismus-zentrale, sollen die Abschiebe- und Pflanzarbeiten abgeschlossen sein. Der Sand wird nicht – wie es in Warnemünde oft behauptet wird – verkauft, sondern genutzt, um die Qualität des Strandes zu verbessern und vorhandene Senken aufzufüllen. Bereits im Februar wurde die Sandfangfalle entlang der Mole ausgebaggert. Der daraus geborgene Sand wird ebenfalls am Strand bis zum Aufgang 22 verteilt.

Das regelmäßige Abschieben der Dünen basiert auf dem Konzept „Fortschreibung der Studie zur Strandentwicklung vor Warne-münde“ zur Pflege und Bewirtschaftung des Wirtschaftsraumes Strand. Dieses wurde in Abstimmung mit verschiedenen Ämtern und Naturschutzbehörden erst vor zwei Jahren überarbeitet und bis 2022 fortgeschrieben. Es beinhaltet unter anderem das planmäßige Abschieben der Dünenblöcke eins bis 13 – also zwischen Mole und etwa A-ja-Resort – nach wasserrechtlichen sowie Naturschutzauflagen.

Die Fachleute unterscheiden zwischen Grau- und Weißdüne. Die Graudüne entlang der Promenaden-mauer, wo sich Pflanzen angesiedelt haben, sowie ein etwa drei Meter breiter Streifen bis zur Weißdüne werden nicht abgeschoben. Denn auf dieser geschützten Fläche haben sich Flechten- und Moosarten sowie das Habichtskraut angesiedelt. Dort leben Insekten wie der Tagfalter und Wildbienen.

Damit die Pflanzen und Insekten nicht zu stark gestört werden und eine Chance zum Überleben haben, ist in dem Konzept genau vorgeschrieben, in welchem Jahr welche an die Graudüne grenzende Weißdüne abgeschoben werden darf. Weißdünen sind sehr nährstoffarm, dafür aber sehr salz- und kalkhaltig, sodass anspruchslosere Pflanzen wie Strandhafer, Meersenf und Strandroggen dort wachsen können.