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Judo Frühes WM-Aus trotz bärenstarker Leistung

Von Peter Richter | 16.10.2019, 18:33 Uhr

Annika Würfel vom VfK Bau verliert in Marrakesch erst in der Verlängerung unglücklich gegen eine Weltklasse-Mongolin.

Bitterer kann eine Weltmeisterschaft kaum beginnen – und zugleich enden: Judoka Annika Würfel vom VfK Bau Rostock hatte kein Losglück, traf in ihrem Pool C mit der Mongolin Sosorbaram Lkhagvasuren sofort auf eine extrem gute Kontrahentin, die bereits nur noch im Frauenbereich antritt, dieses Jahr beim Grand Slam in Düsseldorf – wo die gesamte Frauen-Weltspitze startet – Zweite war. Dennoch hatte sie die Asiatin schon am Rand einer Niederlage…

Wenn es für die 19-Jährige aus Sievershagen am Mittwoch bei den Junioren-WM in Marrakesch in der Gewichtsklasse bis 52 Kilogramm auch bei nur einem Auftritt blieb – sie enttäuschte keineswegs.

„Annika zeigte eine bärenstarke Leistung, dominierte phasenweise. Die Mongolin bekam sogar zwei Bestrafungen wegen Inaktivität. Die nächste hätte den Kampf entschieden“, schildert Heim-Trainer und Augenzeuge Dirk Spörcke ein spannendes Duell, das über die „normalen“ vier Minuten hinaus in die Verlängerung ging. Und dort hatte die U21-Vize-Europameisterin 2018 und Weltranglisten-Vierte großes Pech. Dirk Spörcke: „Am Ende entscheidet eine etwas undurchsichtige Situation: Annika macht einen Wurfansatz, aus dem die Gegnerin sie nach hinten umkippt. Das wird später von der Kampfrichter-Kommission (ähnlich dem Video-Schiedsrichter im Fußball – d. Red.) als Wurf der Mongolin bewertet, und da sie sich im Golden Score befanden, war der Kampf direkt entschieden.“

Das Abenteuer Marokko hatte von Anfang an unter keinem guten Stern gestanden. So blieben von mehreren Sportlern die Reisetaschen auf der Strecke. Betroffen war auch Annika, die zumindest ihre beiden Judo-Jacken mit im Handgepäck hatte; Hose und schwarzen Gürtel lieh ihr Teamkameradin Seija Ballhaus aus.