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Ein Artikel der Redaktion NNN

Warnemünde Gäste reinigen den Strand

Von Michaela Kleinsorge | 21.09.2015, 12:00 Uhr

Beim Internationalen Küstenputztag sammeln einige Einheimische, aber vor allem Zugereiste / Nabu erklärt Folgen von Plastikmüll

,,Bei dieser Aktion, das war mir sofort klar, bin ich dabei“, sagt Ilse Berlin. Die 70-jährige Rostockerin beteiligte sich Sonnabend wie viele andere Engagierte beim internationalen Küstenputztag, International Coastal Cleanup Day, am Warnemünder Strand.

Organisiert wurde der vom Naturschutzbund (Nabu). Rund sechzig Aktive aus Rostock, aber überwiegend aus anderen Bundesländern, griffen sich Müllbeutel und Gummihandschuhe, um den nur anscheinend sauberen Strand zwischen dem Abschnitt 31 und 34 zu reinigen. Vorwiegend hatte es die ehrenamtliche Putzkolonne auf versteckte Kleinteile zwischen den Steinen abgesehen. „Unglaublich, was an Zigarettenkippen und Kronkorken herumliegt“, wunderte sich die Seniorin. Eine Aktion im Jahr reiche gar nicht aus. Frank Lowack aus der Kröpeliner-Tor-Vorstadt hielt nach Plastik und Schnüren Ausschau, die für Meeresbewohner eine Gefahr darstellen. „Ich bin Mitglied bei zwei Organisationen für Meerestierschutz und Forschung, aber ich möchte auch selbst aktiv werden“, sagte der 44-jährige Familienvater.

Weltweit sterben jedes Jahr bis zu einer Million Seevögel und Meeressäugetiere. Robben und Fische verfangen sich in Fischernetzen, Wale verwechseln Folien mit ihrer Nahrung und Jungvögel strangulieren sich mit Leinen und Angelschnüren. Dass Initiativen zum Ersatz von Plastikverpackungen dringend erforderlich wären, dieser Ansicht ist nicht nur Lowack. Der Großteil der Abfälle gelangt laut Nabu vom Land ins Meer. Das sind überwiegend Tüten, Plastikflaschen und Zigarettenkippen. „Wir brauchen eine Gesetzgebung, die Mehrwegsysteme fördert und eine Industrie, die möglichst auf Plastikverpackungen verzichtet“, beschreibt Kim Dethloff vom Nabu Berlin Lösungsansätze. Insbesondere der Plastiktüten-Verkauf der Supermärkte ist vielen der Helfer ein Dorn im Auge. Nach einer Studie gelangen jedes Jahr bis zu 13 Millionen Tonnen Plastik in die Weltmeere. Politiker sollen aktiviert werden, den Müllwahnsinn zu stoppen. Der Europa-Abgeordnete Reinhard Bütikofer (Grüne) sammelte sogar mit. „Es wäre schön, wenn mehr aus der Region anwesend wären“, so Lütten-Kleiner Otto Möller. Aber viele Wochenendurlauber hatten sich entschieden, das schöne Warnemünde mit dem nützlichen Umweltschutz zu verbinden.