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Schwerin Gastgewerbe kassiert auf Kosten der Mitarbeiter

Von roth | 10.10.2011, 10:12 Uhr

Lohndumping am Tresen: Traumhafte Umsatzzuwächse, Betriebserträge weit über Bundesschnitt, unterdurchschnittliche Kapitallasten, günstige Mieten und Pachten, aber Schlusslicht im Lohnniveau - das Gastgewerbein MV hat sich offenbar auf Kosten der Beschäftigten in der bundesweiten Branchen-Spitzengruppe vorgeschoben.

Mit einer Leistung von 821 Euro je Kopf der Bevölkerung "ordnet sich das Gastgewerbe in Mecklenburg-Vorpommern in die top five des Länderrankings ein", heißt es in einer im Auftrag des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) erstellte Studie. Zum Vergleich: Hamburg hält die Spitze mit 1050 Euro. Die auf der Befragung von mehr als 300 Unternehmen basierende Analyse widerlegt die von der Branche verbreiteten Negativprognosen.

Hotels, Pensionen und Gasthöfen verzeichneten in den vergangenen zehn Jahren einen "beachtlichen Umsatzzuwachs" - bis zu 66 Prozent mehr. In Hotels als auch in Gastronomiebetrieben gebe es eine "deutlich verbesserte Ertragslage", ermittelten die Analysten. Die Geschäfte der Hoteliers in MV liefen inzwischen besser als in Sachsen, teilweise sogar besser als in Bayern. Zum Nachteil für die 27 000 Beschäftigten: Die Studie bescheinigt der Branche, "das niedrige Lohn- und Gehaltsniveau in MV erzielt positive Wirkung". Mehr noch: "Auch sonstige Betriebskosten fallen in Mecklenburg-Vorpommern geringer aus." Studienautorin Silvia Horn: Die Lohndebatte werde nicht zu unrecht geführt, meinte sie gestern. In einer Reihe von Unternehmen gebe es Spielräume für Lohnerhöhungen.