Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion NNN

NSU-Opfer Mehmet Turgut Gedenkfeier bei eisigen Temperaturen

Von Georg Manzke | 25.02.2018, 21:00 Uhr

Die Hansestadt erinnerte an den ermordeten Kurden Mehmet Turgut.

Trotz eisiger Temperaturen und Schneefall haben sich gestern rund 130 Menschen am Mehmet Turgut-Denkmal im Neudierkower Weg in Toitenwinkel versammelt. Sie gedachten dem Kurden Mehmet Turgut, welcher am 25. Februar 2004 in einem Imbiss vom so genannten Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) erschossen wurde. Unter den Anwesenden befanden sich unter anderem Kommunal- und Landespolitiker sowie zahlreiche in Rostock engagierte Personen, beispielsweise von der Organisation „Rostock hilft“.

Das antirassistische Bündnis „Mord verjährt nicht!“ eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die zahlreichen Teilnehmer. Zum Einstieg lasen junge Rostocker Grußworte von Angehörigen anderer Mordopfer des NSU vor, die nicht an der Mahnwache teilnehmen konnten. Die Verfasser der Nachrichten sprachen der Familie von Mehmet Turgut ihr Mitgefühl und ihre Anteilnahme aus. Des Weiteren seien sie schockiert darüber, dass Menschen nur aufgrund ihrer Herkunft umgebracht werden.

„Es ist ein Tag, an dem wir uns gemeinsam an Mehmet Turgut erinnern wollen und müssen“, stellte Wolfgang Nitzsche (Linke) klar. „Rassismus verhindert das friedliche Zusammenleben und dies sollte uns nicht gleichgültig sein“, so der Präsident der Bürgerschaft. Er ruft dazu auf, zusammenzuhalten und sich dem Faschismus entgegenzustellen. Aus diesem Grund nahm auch Timm Michel an der Gedenkfeier teil. „Rassismus ist allgegenwärtig. Man sollte die Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds nicht vergessen und ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit setzen. Alle Menschen sind gleich, egal woher sie kommen“, erklärte der 29-jährige Student. Zum Abschluss der Mahnwache hielten die Teilnehmer eine Schweigeminute ab. Danach gab es die Möglichkeit, Blumen am Denkmal niederzulegen.