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Ein Artikel der Redaktion NNN

Trauer Gedenkfeier für früh verstorbene Kinder

Von tohi | 09.12.2013, 20:35 Uhr

Eltern und Angehörige nehmen Abschied auf dem Westfriedhof

Das eigene Kind zu Grabe zu tragen, ist das Schlimmste, was Eltern sich vorstellen können. Doch was ist, wenn Eltern nie eine Gelegenheit hatten, ihr Kind zu sehen, außer auf dem Ultraschallbild? Für diese früh verstorbenen Kinder, die laut Gesetz nicht bestattungspflichtig sind, findet einmal im Jahr eine Gedenkfeier auf dem Westfriedhof statt – so wie gestern. Betroffene Eltern und Angehörige haben seit zwölf Jahren an einem Gedenkstein die Möglichkeit zum Trauern. Um den Stein herum werden die tot geborenen Kinder mit einem Gewicht von unter 1000 Gramm anonym bestattet. „So wird der Öffentlichkeit gezeigt: Die kleinen Menschen hat es gegeben“, sagt Pastorin Hilke Schicketanz. Sie steht Betroffenen auf Wunsch bei – und zwar so, wie die es gerade brauchen, ob zum Reden, zum gemeinsamen Schweigen oder zum Trösten. Dass der Gedenkstein besucht wird, ist an den vielen Blumen, Geschenken, Andenken und Kerzen zu erkennen. „Der Ort zum Trauern ist für die Angehörigen wichtig“, erzählt Hilke Schicketanz, „jeder kann entscheiden, wie er die Stelle besucht, ob allein, in der Gruppe, ob einmal oder mehrmals.“ Damals wurde der Grabplatz von der Universitätsfrauenklinik am Klinikum Südstadt gekauft, damit Eltern einen Ort zum Trauern haben. Der Weg zum Gedenkstein war gestern für die anwesenden Eltern und Angehörigen nicht leicht und erforderte Mut. Jeder von ihnen trug eine gelbe Rose bei sich und legte sie vor den Stein. „Blumen eine kurze Zeit zu tragen, ist leicht, ein Mensch dagegen hinterlässt eine große Leere, wenn er geht“, sagt Hilke Schicketanz. „Doch mit der Zeit kommen wieder Momente der Freude und es ist Platz für beides – für Trauer und Leben.“ Die Gedenkfeier ist ein Angebot für die Betroffenen und wichtig, um das Geschehene verarbeiten zu können.