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Hitzewelle Gefahr von Waldbränden steigt

Von kindlera | 31.05.2018, 05:00 Uhr

Stufe drei ist in den küstennahen Regionen bereits erreicht. Situation wird täglich neu von den Forstämtern eingeschätzt.

Stufe drei ist bereits erreicht und die Tendenz, sollte das Wetter weiterhin so sonnig, warm und trocken bleiben, geht sogar Richtung Kategorie vier – der höchsten Stufe für Waldbrandgefahr in den küstennahen Gebieten. „Am Wochenende hatten wir Stufe drei, am Montag nach dem Niederschlag zwei und Dienstag sowie Mittwoch drei“, sagt Hartmut Pencz, Leiter des Forstamtes Bad Doberan. „Die Waldbrandgefahr ist in den letzten Tagen erheblich gestiegen“, weiß der Fachmann. Lediglich acht Millimeter Niederschlag seien am Wochenende gefallen. Nicht ausreichend, um das Risiko markant zu senken. „Die paar Millimeter sind ganz schnell weg.“

Im Forstamt Bad Doberan wird jeden Tag aufs Neue die drohende Gefahr für die Forstämter Bad Doberan, Rostock und Billenhagen – also für das Areal von Wustrow auf dem Darß, Marlow, Tessin, Bandelstorf und Roggentin, Papendorf, Schwaan, Satow bis hin nach Neukloster und Wismar – eingeschätzt. „Das Land ist in so genannte Waldbrandgefahrenklassen eingeteilt: A, B und C“, erklärt der 52-Jährige. A würde die Bereiche in MV mit der größten Brandgefahr bezeichnen, sprich die südlichen Gebiete wie Mirow oder Wittenberge, Bereich B das mittlere Mecklenburg auf Höhe Güstrow und C die küstennahen Bereiche. „Hier haben wir eine hohe Laubbaumdichte und hinzu kommt die Ostseefeuchte“, erklärt der Forstamtsleiter. Zusätzlich zu den Waldbrandgefahrenklassen gibt es noch die Waldbrandstufen, die lokal das Risiko anzeigen: von eins gering bis fünf als absolut höchster Stand. „Stufe eins gilt latent immer und bei Stufe fünf kann es vorkommen, dass die Wälder teilweise gesperrt werden“, so Pencz, was auch schon öfters vorgekommen sei. In den C-Gebieten würde bereits mit Stufe vier die höchste erreicht.

Um die Waldbrandgefahr zu berechnen, müsse das Forstamt verschiedene Faktoren berücksichtigen wie den Vegetationsfaktor, den täglich auftretenden beziehungsweise ausbleibenden Niederschlag sowie die Windgeschwindigkeit und die Temperatur. „Bis Montag 8 Uhr müssen die Daten nach dem Wochenende vorliegen, unter der Woche dann für den Folgetag bis 15 Uhr und für das Wochenende bis Freitag 15 Uhr“, erklärt der Leiter das Prozedere.

Um Waldbrände bei solch einer hohen Gefahrenstufe zu vermeiden, rät der Experte zu ein paar Verhaltensregeln: nicht im Wald rauchen oder Zigaretten aus dem Auto werfen, auch Grillen in Waldnähe sollte vermieden werden. „Fahrzeuge mit einem Katalysator, der heiß gelaufen ist, sollten nicht über trockenem Gras parken“, sagt der Forstamtsleiter. „In munitionsbelasteten Gebieten oder Glasscherben kann man nichts machen, das entzündet sich selbst.“ Dass es hierzulande dennoch zu wenigen verheerenden Waldbränden komme wie beispielsweise in Portugal oder Spanien sei der guten Organisation zu verdanken. So werden Wälder laut Pencz im A-Gebiet mit Kameras beobachtet und den rund 3000 Verdachtsfällen pro Tag so nachgegangen. Auch die erhöhte Aufmerksamkeit der Leitstelle, Feuerwehren und des Waldbrandbereitschaftsdienstes trage einen Beitrag dazu bei. „Wenn es zu einem Feuer kam, wurde es schnell erkannt und gelöscht“, so der Fortsamtsleiter. Im Bereich des Amtes Bad Doberan hat es das letzte Mal 2017 gebrannt: Jemand hatte einen Holzstapel absichtlich angezündet.