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Rostock Gesprengte Automaten: Prozess-Start

Von Ise Alm | 21.08.2018, 05:00 Uhr

Acht Männer stehen wegen Überfallserie vor Gericht.

In acht Nächten zwischen dem 26. November 2017 und 5. Januar 2018 sind in Evershagen und Groß Klein in Rostock sowie in Kronskamp bei Laage Zigarettenautomaten, Fahrkartenautomaten und Parkautomaten gesprengt worden. Dafür verantwortlich sein sollen der Lette David M. (21), die Deutschen Oliver F. (20), Dominic B. (19), Tony B. (18), Dennis S. (18), Sebastian T. (17), Tommy P. (22) und der Afghane Milad H. (19). Seit gestern sitzen sie auf der Anklagebank des Landgerichts Rostock. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen schweren Bandendiebstahl und die Herbeiführung von Sprengstoffexplosionen vor. Die beiden Hauptangeklagten David M. und Oliver F. befinden sich seit Februar in Untersuchungshaft.

Laut Anklage gingen die Männer stets nach dem gleichen Muster vor. Sie deponierten Böller in den Automaten und zündeten sie an. Bei ihren Aktionen verwendeten sie Knaller der Marke Cobra 8, die größten zugelassenen Böller. Die Automaten wurden meistens völlig zerstört. Die Taten sollen mit wechselnder Besetzung, jeweils aber mit wenigstens drei der Angeklagten ausgeführt worden sein. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Täter rund 8000 Euro Bargeld erbeuteten. Den Sachschaden veranschlagte sie mit 180 000 Euro.

Die beiden Hauptangeklagten müssen sich außerdem wegen mehrfachen Handtaschenraubs verantworten. Dabei zählte die Staatsanwältin Überfälle im gesamten Stadtgebiet auf. So soll David M. einer Frau vor ihrer Haustür in der Ehm-Welk-Straße solange an der Handtasche gezerrt haben, bis sie zu Boden fiel und sich den Oberarm brach. Oliver F. wird beschuldigt, am 8. Dezember 2017 einer Frau in der Danziger Straße um 21.45 Uhr in den Rücken gestoßen und ihr die Handtasche gestohlen zu haben. Die Anklagevertreterin rechnete auch hier den Wertersatz zusammen, also den Betrag, den die Angeklagten bei Verurteilung zurückzahlen müssen. Er beläuft sich auf mehrere Tausend Euro.

David M. und Milad H. werden weiter angeklagt, einen Drogerie-Markt in der Güstrower Straße überfallen zu haben. Dabei soll der 21-Jährige dem 19-Jährigen mit einer Gasdruckpistole bewaffnet die Flucht ermöglicht haben. Auch hierbei kam eine Mitarbeiterin mit Gesichtsverletzungen zu Schaden. Am 4. September wird der Prozess mit Erklärungen der Angeklagten fortgesetzt.