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Rostock Gesundes Frühstück in der Schule

Von Katrin Zimmer | 03.05.2018, 12:00 Uhr

Das Projekt „Lernen – aber satt“ gibt den Mädchen und Jungen Ernährungstipps.

Paprika, Gurke und Salat – welche Lebensmittel gesund sind, wissen die Schüler des Förderzentrums am Schwanenteich in der Theorie ganz genau. Damit auch die praktische Umsetzung klappt, haben sie gestern mit Dana Schmidt, Diätassistentin an der Universitätsklinik, ein gesundes Frühstück zubereitet. Das Projekt „Lernen – aber satt“ wird seit sechs Jahren von Ostseesparkasse, Stadtwerken und Wiro finanziert.

15 der derzeit 210 Schüler versammeln sich um den Metalltisch in der Schulküche. Gespannt blicken sie auf die vielen Lebensmittel und lauschen den Fragen von Diätassistentin Schmidt. „Warum ist das Frühstück so wichtig für Euch?“, fragt die 36-Jährige die Mädchen und Jungen der Klassenstufen 4 bis 9. „Weil es uns die Energie für den Tag liefert“, antwortet Max. Er wird später mit Jenny einen Kirsch-Bananenquark zubereiten. Die Diätassistentin lobt die richtige Antwort.

Doch bevor es an die Zubereitung des Frühstücks geht, sollen die Schüler die Lebensmittel den richtigen Kategorien zuordnen. Schnell wandert das Gemüse auf die Seite des lachenden Smileys. „Wisst Ihr, wie oft am Tag man Gemüse essen sollte?“, stellt Schmidt die Schüler auf die Probe. Ratlose Gesichter. Die Expertin löst auf: „Mindestens fünfmal am Tag eine Handvoll. Das heißt, Ihr müsst schon morgens damit anfangen.“ Die Cottbusserin arbeitet seit Oktober in der Uniklinik und begleitet die Aktion erstmals. Unterdessen werden Cola – mit 40 Stücken Zucker auf einen Liter – und Süßigkeiten dem traurigen Smiley zugeschrieben, Lebensmittel, die nicht auf den täglichen Speiseplan gehören. „Die Kinder wissen gut Bescheid“, lobt Schmidt. Doch liege das Problem in der Umsetzung. „Deshalb ist es so wichtig, dass sie das Essen selbst zubereiten und merken, dass es ganz einfach ist, sich gesund zu ernähren.“

Dann geht es endlich ans Schnippeln. Für die Gemüsesticks mit Kräuterdip sind Emily Rachow und Clarissa Zielinski zuständig. „Zu Hause gibt es zum Frühstück meist Müsli oder Tomaten – am Wochenende auch schonmal ein Spiegelei“, sagt Viertklässlerin Emily. „Das Problem ist ja, dass es morgens schnell gehen muss“, bringt Clarissa aus der Fünften auf den Punkt. In der Schulküche entstehen gesunde Eierkuchen, zuckerfreies Müsli mit Früchten und selbstgemachte Erdbeermilchshakes. „Es schmeckt gut und ging ganz einfach“, stellt Viertklässlerin Kathleen Rumschütel zufrieden fest, nachdem sie einen Schluck vom Getränk genommen hat. Das Ziel der Aktion scheint erreicht: Wenn die Kinder zuhause davon erzählen, können sich schlechte Gewohnheiten der Eltern ändern, erklärt Dana Schmidt.

Neu ist das Projekt für das Reutershäger Förderzentrum nicht. „Wir sind seit 2010 dabei, haben vorher auch andere Aktionen mitgemacht“, sagt Schulleiterin Ariane Moeck. So gebe es in Kooperation mit der Tafel dienstags bis donnerstags frische, gesunde Frühstückssnacks für die Schüler. „Seitdem ist eine positive Entwicklung anhand dessen, was mitgebracht wird, deutlich zu merken“, so Moeck.