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Goalball Mit dem Finaleinzug ist es nicht getan

Von Peter Richter | 07.10.2019, 17:49 Uhr

Am Dienstag beginnen in Rostock die Europameisterschaften. Die deutschen Herren haben ganz klar den Titel als Ziel.

Am Dienstag beginnen in der Hanse- und Universitätsstadt die Europameisterschaften im Goalball.

„Ich denke, wir werden tolle Tage erleben“, meint Lars Pickardt, Vizepräsident des Deutschen Behindertensportverbandes. „Wir hoffen, nicht zuletzt dank der positiv verrückten Goalballer hier in Rostock diese paralympische Sportart pushen zu können.“

Ambitioniert gehen natürlich beide deutsche Nationalmannschaften an den Start, ihre Ziele für das Turnier unterscheiden sich jedoch deutlich.

Die Damen, so Spielerin Charlotte Hartz von der SSG Blista Marburg, wollen „auf jeden Fall den Klassenerhalt schaffen und nicht in der unteren Hälfte landen“. Auch Trainer Dr. Thomas Prokein bleibt auf dem Boden der Realitäten („Platz fünf oder sechs wäre super“) und stellt den Nichtabstieg, wofür es mindestens Rang sieben bedarf, in den Vordergrund.

Anders die Herren. Die Leistungsdichte sei extrem, in einigen Partien werde die Tagesform entscheiden und insofern sei Erfolg nicht planbar, aber… und dann nimmt Chefcoach Johannes Günther kein Blatt mehr vor den Mund: „Wir haben auch teamintern immer von der Goldmedaille gesprochen und ganz klar als Ziel formuliert, dass es mit dem Finaleinzug nicht getan ist.“

Selbstbewusstsein, das begründet liegt in den Silbermedaillen sowohl bei den Europa- (2017) als auch Weltmeisterschaften (2018) sowie Erfolgen in den Vorbereitungsturnieren in Malmö (2.) und Berlin (1.). In zehn Trainingslagern, drei davon in Rostock, hat sich die Truppe für die EM fit gemacht.

Zum Auftakt treffen die Deutschen am Dienstag um 18.30 Uhr in der Stadthalle auf Spanien. Günther: „Als Aufsteiger ein dankbarer Gegner für uns. Eine Pflichtaufgabe, die wir erfüllen müssen.“

Die Damen spielen anschließend um 20 Uhr gegen die Niederlande. „Für uns eine ,Wundertüte‘, doch wir wollen mutig auftreten und mit einem Sieg ins Turnier starten“, so Prokein.

Besonders im Fokus steht natürlich Lokalmatador Reno Tiede. „Ein tolles Gefühl, dass es endlich losgeht“, sagt der 29-Jährige. „Ich hoffe, dass wir bis Sonntag unsere ganz persönliche Erfolgsgeschichte schreiben werden und zugleich viele Menschen für unseren einzigartigen Sport begeistern können.“

Lokalmatador Reno Tiede besonders im Fokus

Die deutschen Aufgebote, Herren: Michael Feistle (SSG Blista Marburg), Stefan Hawranke (SSV Königs Wusterhausen), Oliver Hörauf, Felix Rogge (beide Chemnitzer BC), Thomas Steiger (BVSV Nürnberg), Reno Tiede (Rostocker GC Hansa)

Damen: Stefanie Behrens, Annkathrin Denker, Charlotte Hartz, Pia Knaute (alle Marburg)

Die Gegner der deutschen Herren in Gruppe B: Spanien (Dienstag 18.30 Uhr Stadthalle), EM-Dritter Belgien (Mittwoch 19 Uhr Stadthalle), Finnland (Donnerstag 11.20 Ospa-Arena), Tschechien (Donnerstag 17.40 Uhr Stadthalle)

Gruppe A: Europameister Litauen, Schweden, Türkei, Ukraine, Griechenland

Damen, Gruppe Y: Niederlande (Dienstag 20 Uhr Stadthalle), Großbritannien (Mittwoch 15.20 Uhr Ospa-Arena), EM-Dritter Israel (Mittwoch 20.15 Uhr Stadthalle), Vize-Europameister Türkei (Donnerstag 18.50 Uhr Stadthalle)

Gruppe X: Europameister Russland, Griechenland, Dänemark, Ukraine, Finnland

Alles zu den EM im Internet: www.em-rostock2019.de