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Hochsee-Paddeln Hoffnung auf den Mittelplatz vom Podest

Von Peter Richter | 03.09.2019, 17:34 Uhr

Surf-Ski-Spezialist Gordan Harbrecht: „Ich habe die alle schon geschlagen, weiß, dass ich auch Weltmeister werden kann.“

Hochsee-Kanute Gordan Harbrecht ist unterwegs zur Weltmeisterschaft in seinem Spezialgebiet, der Disziplin Surf Ski. Möglichst noch am Mittwoch wollen er und seine Lieben in Quiberon eintreffen. Sie alle „vier“ – neben ihm selbst seine bessere Hälfte Katharina, die im November die gemeinsame Tochter erwartet, sowie der betagte Bulldoggen-Mischling Bruce – befinden sich mit dem Transporter auf den 1700 Kilometern von Rostock in die Bretagne.

Im „Gepäck“ ist natürlich auch Gordans nagelneues Boot. Ein grün-weiß-schwarzer Flitzer seines schwedischen Ausrüsters Nordic Kayaks, Modell Nitro 640. Ganze 9,7 Kilogramm „schwer“. Was bedeutet: locker mit nur einer Hand tragbar.

Das maßgeschneiderte Kanu aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (Karbon) holte er erst kürzlich vom Hauptsitz der Firma in Vaxholm bei Stockholm ab.

Ein bisschen trägt das Boot auch die Handschrift des Recken vom Rostocker Kanu-Club: „Das ist ein Upgrade (eine erweiterte, verbesserte Version – d. Red.), in das im Austausch mit Designer und Konstrukteur Anregungen von mir mit eingeflossen sind. Zum Beispiel ist das Cockpit näher an die Front gerückt und so der Schwerpunkt verändert worden, und ebenfalls um 15 Millimeter ist jetzt die Seitenlinie höher“, erläutert der Maschinenbau-Ingenieur.

Das Boot, versichert der 33-Jährige, sei „noch ein weiterer kleiner Schritt in die richtige Richtung und Extramotivation für die WM“.

In Frankreich stünden fünf jeweils 20 bis 25 km lange Strecken zur Auswahl, von denen abhängig vom Wetter innerhalb eines Zeitfensters von drei Tagen (11. bis 13. September) eine für die WM ausgewählt werde. „Ich kenne bis jetzt nur eine davon, aber ich reise ja rechtzeitig an und werde sie im Training alle abfahren“, versichert der Vize-Europameister.

Er und die 50 bis 60 weiteren Teilnehmer können sich dennoch nicht ganz im Klaren darüber sein, was auf sie zukommt. Ausgangspunkt ist eine Halbinsel. Und die lässt eine geschütztere Variante (in der dem Festland zugewandten Bucht von Quiberon) ebenso zu wie eine wesentlich rauere auf der westlichen Seite (Atlantik).

So oder so „ist es cool, mit im Favoritenkreis zu sein“, findet Gordan Harbrecht, der bei der WM viel vor hat: „Ich habe die alle schon mal geschlagen. Ich weiß, dass ich auch Weltmeister werden kann. Eigentlich ist es auch an der Zeit, mal ein großes internationales Rennen zu gewinnen und nicht immer ,nur‘ links und rechts vom Sieger auf dem Podium zu stehen. Ich traue mir das zu!“

Klarer Sieg bei der WM-Generalprobe

Seine WM-Generalprobe, den Ostsee-Cup am 27. Juli über 20 Kilometer von Warnemünde nach Kühlungsborn, gewann Gordan Harbrecht mit dreieinhalb Minuten Vorsprung auf die südafrikanische Legende Oscar Chalupsky (56). Dahinter folgten seine Vereinskameraden Maik Lojak und Olaf Lindstädt vom RKC. Für ihn sei es „recht spaßig“ gewesen, so Harbrecht, andererseits „bei gut Wind und ordentlich Wellen aber auch anspruchsvoll: Etwa zehn Fahrer traten nicht an, 20 weitere mussten abbrechen.“