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Groter Pohl Kleingartenchef geht auf Konfrontationskurs

Von Torben Hinz | 15.11.2018, 17:30 Uhr

Christian Seifert will verbleibende Grünflächen nicht mit dem Interkulturellen Garten teilen. B-Plan wird ausgelegt.

Muss der Interkulturelle Garten das künftige Neubaugebiet Groter Pohl in der Südstadt doch dauerhaft verlassen? Diese Forderung hat Christian Seifert, Chef des Verbands der Gartenfreunde Rostock, am Mittwoch in der Bürgerschaft gestellt. "Dass der Interkulturelle Garten den Vorzug vor unseren Kleingartenflächen bekommt, ist schwer zu vermitteln und sollte überdacht werden", sagte er. Im Bebauungsplan, der nach der Freigabe durch die Bürgerschaft nun ausgelegt wird, sind entlang der Bahnschienen im nördlichen Bereich Grünflächen ausgewiesen. Diese sollen sowohl für den Interkulturellen Garten als auch für die Kleingärtner zur Verfügung stehen.

Die bisher im Gebiet angesiedelten mehrere Hundert Parzellen von vier Kleingartenvereinen müssen hingegen weichen. "Sie wurden jetzt gekündigt", erklärte Seifert, der die vor zehn Jahren beschlossene Aufgabe des Gebietes als größten Fehler des Verbandes bezeichnete. "So etwas, was damals passiert ist, darf nie wieder geschehen", so Seifert. Damit geht er auf Konfrontationskurs zur Stadtverwaltung, die für die Umsetzung neuer Baugebiete immer wieder auch auf bisherige Kleingartenflächen setzt.

Auf dem Groten Pohl sollen neben 700 Wohnungen auch ein Bildungskomplex für 850 Schüler plus Kita und Fachhochschule, Institute, wissenschaftsnahe Unternehmen sowie Start-ups, Freiberufler und kreative Gewerbetreibende und Dienstleister Platz finden. Außerdem ist eine Brücke oder Unterführung der Bahnschienen für einen Radschnellweg vom Campus Südstadt in der Albert-Einstein-Straße zum Hauptbahnhof vorgesehen. Sie wurde im B-Plan aber vorerst ausgeklammert. Andernfalls müsste auch die Deutsche Bahn eingeschaltet werden, und "nach Aussage des Tiefbauamtes kann es vier Jahre bis zu einer möglichen Entscheidung des Konzerns dauern", so Helge Bothur (Linke). So lange wären auch alle anderen Bauvorhaben in dem rund 22 Hektar großen Gebiet lahmgelegt. Das wollte die Bürgerschaft nicht riskieren.

Kommen soll die Bahnquerung aber in jedem Fall. "Die Rampe für Brücke oder Tunnel ist schon drin", sagte Bausenator Holger Matthäus (Grüne). Das sei auch zwingend nötig, so Anette Niemeyer (Aufbruch 09), Vorsitzende des Ortsbeirates KTV: "Aus unserer Sicht ist eine Querung aus dem Gebiet in den Lindenpark unerlässlich." Schon aufgrund der geplanten Schule und Kita, die auch Eltern aus ihrem Viertel nutzen wollen würden, ohne ihre Kinder immer mit dem Auto fahren zu müssen.