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Rostock Grünamt will keine Bürger-Bäume

Von NNN | 31.07.2018, 05:00 Uhr

Immer öfter nehmen Rostocker Bürger Neupflanzungen in Parks und Grünanlagen vor. Doch das ist nicht erwünscht.

Gut gemeint, aber falsch umgesetzt: Das Rostocker Grünamt warnt die Einwohner davor, ohne Abstimmung selbstständig Bäume im Stadtgebiet zu pflanzen, so wie es in jüngster Zeit wiederholt vorgekommen wäre.

Denn die Qualität dieser Pflanzungen erfüllt nicht den Mindeststandard, den das Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege für Baumpflanzungen festgelegt hat. Außerdem wären die Standorte oft mehr als ungeeignet, weshalb die Stadtgärtner diese illegal gepflanzten Bäumchen immer wieder entfernen müssten. Mal stehen sie in einer Sichtachse, mal liegen unterirdisch Versorgungsleitungen, mal sind sie so klein, dass sie beim Mähen der Wiese glatt übersehen werden.

Bei den Einwohnern, die die Pflanzung mit besten Absichten durchgeführt haben, führt dies oft zu großer Enttäuschung. Doch die öffentlichen Park– und Grünanlagen sind nicht mit einem Wald zu vergleichen, deshalb müssen Bäume mit einem Mindeststammumfang von 16/18 Zentimetern gepflanzt werden, um dem Vandalismus wenigstens etwas entgegensetzen zu können. Außerdem sind sie in dieser Qualität vom Baumschuler entsprechend erzogen, haben einen hohen Kronenansatz für die notwendige Pflege und das Lichtraumprofil.

Wenn Rostocker den Wunsch haben, einen Baum in öffentliche Anlagen zu pflanzen, sollten sie den Weg zum Amt für Stadtgrün finden. Dort werden alle notwendigen Dinge besprochen, wie beispielsweise das Einholen von Schachtscheinen bei den Versorgungsunternehmen. Sowohl die Eignung bestimmter Baumarten an diesem Standort als auch das Gestaltungsziel können die Fachleute am besten beurteilen. Die Stadtgärtner freuen sich über motivierte Baumsponsoren ebenso wie über Baumpaten, deren Zahl steigt. Gegenwärtig gibt es 40 Verträge mit Baumpaten, die sich um insgesamt 81 Bäume in Rostock kümmern. Allein 2017 hatte das Amt für Stadtgrün 16 Bäume zu verzeichnen, die durch Einwohner gesponsert wurden, was eine erfreuliche Entwicklung sei.