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Sanitz Grünes Licht für Bahnhof-Sanierung

Von Claudia Labude-Gericke | 16.05.2013, 09:19 Uhr

Am 3.

Juni rollen die Baufahrzeuge auf das Sanitzer Bahnhofsgelände. Denn durch die mehrheitliche Entscheidung der Gemeindevertretung kann die Sanitzer Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft (Saweg) jetzt mit der Sanierung der Ruine beginnen. Unter Vorbehalt hatte das Unternehmen den leerstehenden Komplex bereits vom Privatbesitzer erworben. In einem Jahr Bauzeit soll im Gebäude neben mehreren Wohnungen auch eine Praxis für den örtlichen Kieferorthopäden entstehen. "Geld verdienen wir mit dem Projekt aber nicht, der städtebauliche Aspekt war wichtiger als der wirtschaftliche", so Geschäftsführer Lothar Thesenvitz. "Wir haben mit der Gesellschafterversammlung die Entscheidung lange abgewogen", bekräftigte auch Bürgermeister Joachim Hünecke (FDP).

Voruntersuchungen sollen Überraschungen vermeiden

Die Saweg nimmt für das Bauvorhaben 1,2 Millionen Euro Kredit auf, 80 000 Euro sind als Eigenmittel vorhanden. Die Gemeindevertretung stimmte zwar dem durch den Kredit geänderten Wirtschaftsplan der Saweg zu, ergänzte den Beschluss aber um den Satz, dass weder in diesem noch in weiteren Jahren Geld von der Gemeinde in die Bahnhof-Sanierung fließt.

Angeregt hatte diesen Zusatz die Groß Lüsewitzer Ortsbeiratsvorsitzende Gudrun Weimer (CDU), der die angegebene Investitionssumme im Vergleich zur baulichen Herausforderung "sehr, sehr gering gefasst" erschien und die "Bauchschmerzen" hat, weil bei denkmalgeschützten Gebäuden ja fast immer mit Überraschungen zu rechnen sei, die dann mehr Geld kosten. Dennoch wäre sie natürlich auch froh, wenn der bauliche Schandfleck an zentraler Stelle bald durch ein ansehnliches Gebäude ersetzt würde.

"Die Investitionssumme ist keine Zahl der Planer, sondern schon eine durch Ausschreibung ermittelte. Außerdem haben wir bereits Untersuchungen vom Holz und der Bausubstanz machen lassen, um Überraschungen zu vermeiden", so Thesenvitz. Zehn Prozent Mehrausgaben seien mit der genannten Summe abgedeckt. Die Refinanzierung soll durch die Mieteinnahmen erfolgen. Der Kieferorthopäde, der gut 145 Quadratmeter in der ehemaligen Lagerhalle mieten will, hätte seinen Vertrag bereits unterschrieben. Thesenvitz geht davon aus, dass es auch für die vier je rund 36 Quadratmeter großen Ein-Raum- sowie die zwei rund 50 Quadratmeter großen Zwei-Raum-Wohnungen genügend Interessenten gibt.

Laut Berechnung der Saweg würden die Mieteinnahmen gerade zur Kostendeckung reichen. Pro Jahr blieben nur rund 5000 Euro übrig. Noch offen ist, was aus dem auf dem Gelände befindlichen ehemaligen Toilettenhäuschen werden soll. "Wir lehnen ab, das zu sanieren", so Thesenvitz. Nur, um am Ende vielleicht einen Schuppen für Fahrräder neben dem Haus zu haben, würde die Saweg nicht so große Summen in die denkmalgerechte Sanierung dieser kleineren Ruine stecken. Die Denkmalbehörde will sich das Objekt Ende des Monats anschauen und zusammen mit dem Unternehmen überlegen, was daraus werden soll.