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Warnemünde Händler wollen Attraktivität wahren

Von Torben Hinz | 07.11.2010, 06:48 Uhr

Trotz der neuen Bäderregelung, die seit dem 1.

November gilt und nach der die Ladeninhaber ihre Geschäfte sonntags schließen müssen, haben einige Einzelhändler in Warnemünde gestern geöffnet. Zu ihnen gehörte auch Baltic-Mare-Verkaufsleiter Burkhard Rhode. "Wir sind besorgt um die Attraktivität des Ostseebads", sagt er. Schließlich kämen viele Tagestouristen nach Warnemünde, die auch am Sonntag mit offenen Geschäften rechneten. "Viele Berliner fahren deswegen schon nach Polen, wir sind so nicht konkurrenzfähig", sagt Rhode.

Sein Kollege Michael Smukal von Silber Art verweist darauf, dass Warnemünde das einzige Seebad ist, das von der neuen Regelung getroffen wird. "Von Boltenhagen bis Ahlbeck machen sonst sämtliche Händler auf", sagt Smukal. Warum, bleibt offen. "Gesetze sind dazu da, dass man sich an sie halten soll", sagt Smukal. Deswegen beruft er sich auch auf sie, insbesondere auf den Paragrafen 5 über Sonderöffnungszeiten im Ladenöffnungsgesetz für Mecklenburg-Vorpommern. Demzufolge ist der gewerbliche Warenverkauf an Sonntagen, die keine gesetzlichen Feiertage sind, für fünf Stunden erlaubt, sofern die Geschäfte maximal 15 Kilometer vom nächstgelegenen Grenzübergang zu Polen entfernt liegen. Laut Bundespolizei gehört dazu auch der Rostocker Überseehafen.

"Binz beruft sich auch auf den Paragrafen", sagt Rhode. Dort herrsche darüber große Einigkeit mit der Stadtverwaltung. Darauf hoffen auch die Warnemünder Händler. "Eigentlich müsste die Stadt uns dankbar sein, dass wir um die Attraktivität bemüht sind", sagt Rhode. Zudem seien die Händler durch das Ladenöffnungsgesetz rechtlich abgesichert. Für den Ernstfall haben sie sich bereits die Beratung eines Rechtsanwalts gesichert. "Es kann nicht sein, dass wir als Rebellen hingestellt werden", sagt Smukal. Besonders von Seiten der Landesregierung sei zuletzt enormer Druck aufgebaut worden.

Dabei sehen die Händler die Notwendigkeit einer Neuregelung ein. "Die Bäderregelung, die Anfang der 90er als Sonderregelung für die Seebäder an der Ostsee geschaffen wurde, ist dazu missbraucht worden, die Ladenöffnungszeiten landesweit immer weiter auszuhebeln", sagt Rhode. Nun hätten beispielsweise in Bad Doberan vier Lebensmittelgeschäfte sonntags geöffnet, aber kein anderer Händler. "Das hat nichts mit Bäderregelung zu tun", so Rhode, für den nach eigener Aussage das Allgemeinwohl und die langfristige Attraktivitätswahrung Warnemündes im Vordergrund stehen.

"Die Kernregelung für die Ostseebäder ist immer weiter beschnitten worden", sagt er. Die Leidtragenden seien die dortigen Händler, die es bisher nicht geschafft hätten, sich richtig zu organisieren.