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Warnemünde Halbzeit am Nordkreuz Warnemünde

Von Maria Pistor | 05.05.2011, 07:54 Uhr

Die Arbeiten am Nordkreuz in Warnemünde bilden eine Baustelle mit vielen technischen Herausforderungen.

Nicht nur wegen der großen finanziellen Dimension, sondern auch durch die erforderliche Abstimmung zwischen den vielen beteiligten Partnern und das Aufrechterhalten des S-Bahn-Verkehrs. Gestern war Halbzeit auf der sechs Hektar umfassenden Baustelle. "Eine besondere Herausforderung bei diesem Großprojekt ist das Zusammenspiel der vielen Teilbaumaßnahmen mit verschiedenen Partnern auf kleinstem Raum", sagt Catrin Dumrath, Projektleiterin von der Abteilung Technischer Service, Betriebsanlagen und Fahrzeuge. "Das verlangt täglich einen großen Koordinierungsaufwand", sagt sie. Außerdem erfordert das Vorhandensein von Wasser besondere Maßnahmen.

Neues Verfahren beim Böschungsbau

Auch wenn durch die Witterung durch den starken Winter etwas Zeit verloren gegangen ist, wird der Verzug wieder aufgeholt. "Die Bauarbeiten gehen gut voran. Wenn sie abgeschlossen sind, wird sich die gesamte Verkehrssituation an diesem Warnemünder Knotenpunkt verbessern", sagt Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) beim Baustellenrundgang. Die Gesamtbaumaßnahme soll voraussichtlich im Frühjahr nächsten Jahres abgeschlossen sein. Das Verkehrsministerium fördert mit rund 6,6 Millionen Euro unter anderem die neue Brücke sowie den Neubau des Aufenthaltsgebäudes für die Busfahrer. Der Bund, das Land, die Hansestadt Rostock, die Deutsche Bahn AG und das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Natur stellen für die Baumaßnahme rund 23 Millionen Euro zusammen.

Eingeschlossen ist der Bau der neuen Straßenbrücke mit einer Spannbreite von 50 Metern. Die neue Straße verläuft dann in sieben Metern Höhe und ist 11,50 Meter breit. "Sie wird auch für Schwerlasttransporte passierbar sein", sagt Heinz Wessels, Niederlassungsleiter der Firma Strabag. "Eine Besonderheit ist ein neues Verfahren für den Böschungsbau", sagt er. Mittels bewehrter Erde und Granitsteinen kann eine hohe Festigkeit bei höchstmöglichem Böschungswinkel erreicht werden. Die Inbetriebnahme der Straßenbahnbrücke ist für November 2011 geplant.

Ins Auge fällt die halbe Fußgängerbrücke. Ein etwa 22 Meter langes Teilstück wurde bereits Ende März entfernt. Das nächste Stück kommt erst weg, wenn der Fußgängertunnel fertig ist. "Das Vorhandensein des anderen Teilstücks ist für den Bauablauf störend, aber das lässt sich nicht anders machen", sagt Züblin-Oberbauleiter Nils Heienbrock. Die Außenhülle des Fußgängertunnels ist fertig. Dafür wurden 530 Bohrpfähle mit einem Durchmesser von jeweils 90 Zentimetern jeweils zehn Meter tief ins Erdreich gesetzt. "Damit wir den Bahnbetrieb während der Bauzeit nicht unterbrechen müssen, wird der Tunnel in Etappen gebaut", sagt der Bauleiter. Er ist 40 Meter lang, sechs Meter breit und 2,50 Meter hoch. Seine Barrierefreiheit kommt Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zugute, so Schlotmann.

Weiterhin entsteht an diesem Areal ein neues Sozialgebäude für die Fahrbediensteten, ein Park-and-Ride-Platz für Busse und Autos sowie Grünanlagen. "Mit dem Bau des neuen Verknüpfungspunktes wird die Infrastruktur für Touristen und Einwohner wesentlich verbessert", sagt Schlotmann. Auch Warnemündes Ortsamtsleiter Reinhold Schmidt war bei der Begehung dabei. "Wenn das alles fertig ist, wird es eine gute Sache", sagt er.