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Handball Der HC Empor greift weiter oben an

Von Bernd-Dieter Herold | 21.08.2019, 17:30 Uhr

„Der Titel läuft nur über uns“ – Rostocker sehen dem Saisonstart in der 3. Liga Nord-Ost mit Selbstvertrauen entgegen.

Till Wiechers, Cheftrainer der Handballer des HC Empor Rostock, lächelt, sagt: „Eigentlich nichts Neues.“ Wie aus der Pistole geschossen kommen dann aber die Ziele für die am Sonntag (16.30 Uhr Stadthalle) mit der Partie gegen Aufsteiger HG Hamburg-Barmbek beginnende Saison 2019/20 in der 3. Liga Nord-Ost: „Gewinnen mit Charakter, immer das Beste geben, individuelle und Team-Weiterentwicklung, Segel setzen und weiter oben angreifen.“

Den Zusatz „Vollenden“ nimmt er nicht in den Mund, fügt aber hinzu: „Wir haben mit dem Erreichen der Aufstiegs-Relegation gezeigt, dass wir eine absolute Top-Mannschaft sind, viel Potenzial haben. Der Titel läuft nur über uns. Charakterlich stimmt ebenfalls alles.“

Auch die Neuzugänge identifizieren sich mit den in den „Katakomben“ der altehrwürdigen Fiete-Reder-Halle Marienehe angeschriebenen Leitlinien „Follow one course until succes“ (Folge einem Kurs bis zum Erfolg), „Leidenschaft steht am Anfang des Erfolgs“ sowie „Empor, die Macht von der See“.

In der Tat hat der HCE unter Wiechers volle Fahrt aufgenommen, geht einen klaren Kurs, dem man nur zum Saisonende ein Festmachen an „Liegeplatz eins“ wünschen kann.

Das haben sich aber auch andere Nord-Ost-Mannschaften auf die Fahnen geschrieben. Der Coach weiß: „Es wird ein Gerangel geben. Absteiger Dessau-Roßlauer HV will wieder hoch. Die in der Vorsaison knapp gescheiterten Hildesheimer nehmen mit Wut im Bauch und einem neuen Trainer Anlauf. Die Mecklenburger Stiere haben wie der 1. VfL Potsdam das gleiche Ziel. Selbst Aufsteiger TuS Vinnhorst ist vom Spielerpotenzial her sehr gut aufgestellt. Viel ist möglich. Mit uns hatte vormals auch niemand gerechnet.“

Die Männer von der Warnow wollen einen schnellen Handball spielen. Die vier Neuzugänge passen in diese Philosophie, setzen – wie Per Oke Kohnagel im Zusammenspiel mit dem Kreis, Ole Diringer als „Brecher“ oder Jonas Ottsen mit seinen 1:1-Qualitäten – auch neue Akzente. Unter dem Strich ist die Sieben des Traditionsvereins unausrechenbarer geworden. Wiechers kann personell und taktisch viel variieren. Und wenn dann noch die sich im Aufbautraining befindenden Stefan Wilhelm und später Robin Breitenfeldt dazukommen…

Voll Segel gesetzt hat seit November auch der neue Vorstand unter Tobias Woitendorf. Mit einer klaren Konzeption, Verlässlichkeit und wirtschaftlichem Sachverstand konnten das Vertrauen der Wirtschaft in die Vereinsziele gestärkt und einhergehend mit dem sportlichen Fortschritt neue Sponsoren gewonnen werden. Neben Ospa, Nordwasser und Wiro wurde jüngst ebenso A-Rosa als Premium-Partner gewonnen, zudem eine Kooperation mit den Füchsen Berlin eingegangen. All das lässt sagen: Empor, vull Schipp vörut!

Das Aufgebot

Tor: Robert Wetzel, Leon Mehler

Außen: Jonas Steidtmann, Jaris Tobeler, Nick Witte, Felix Mehrkens, Jakub Zboril

Kreis: Stefan Wilhelm, Maximilian Schütze, Dennis Mehler

Rückraum: Ole Diringer, Per Oke Kohnagel, Jonas Ottsen, Philipp Asmussen, Leon Witte, Fabian Haasmann, Robin Breitenfeldt

Zugänge: Ole Diringer (TSV Altenholz), Per Oke Kohnagel (Oranienburger HC), Jonas Ottsen (VfL Lübeck-Schwartau), Jaris Tobeler (SG Flensburg-Handewitt II)

Abgänge: Michael Höwt (Bad Doberaner SV), André Meuser (Bayer Dormagen), Ole Schramm (Sélestat/Frankreich)

Das Funktionsteam

Die Verantwortlichen: Till Wiechers (Cheftrainer), Robin Breitenfeldt (Co-Trainer), Jürgen Rohde (DHB-Obmann)

Sportärzte/Physiotherapeuten: Dr. Sabine Niendorf, Dr. Holger Fitze, Dr. Peter Kupatz, Daniel Tschiersch, Christian Meißner

Die Hinrunde

Heimspiele: diesen Sonntag* 16.30 Uhr HG Hamburg-Barmbek, 14. September* 18.30 Uhr Mecklenburger Stiere, 29. September 16.30 Uhr TuS Vinnhorst, 12. Oktober 19 Uhr TSV Altenholz, 27. Oktober 16.30 Uhr Oranienburger HC, 9. November 18.30 Uhr SC Magdeburg II, 1. Dezember* 18 Uhr Dessau-Roßlau, 6. Dezember 19.30 Uhr 1. VfL Potsdam

* in der Stadthalle (alle nicht gekennzeichneten Heimspiele finden in der Ospa-Arena statt)

Auswärtsspiele: 31. August 16.30 Uhr HSV Hannover, 8. September 16.30 Uhr HSG Ostsee N/S, 21. September 17 Uhr SV Anhalt Bernburg, 5. Oktober 19.30 Uhr TSV Burgdorf II, 20. Oktober 17 Uhr Eintracht Hildesheim, 2. November 19 Uhr Füchse Berlin II, 16. November 19 Uhr Handball Hannover-Burgwedel

Der Auftaktgegner

Die HG Hamburg-Barmbek wurde 1984 als Handball-Gemeinschaft aus den Vereinen HSV Barmbek-Uhlenhorst, SC Urania und USC Paloma gegründet. 2018 aus der 3. Liga abgestiegen, wurde die sofortige Rückkehr geschafft. Das Team um Trainer Tobias Skerka und den früheren Rostocker Christoph Wischnewski als Kapitän strebt den Klassenerhalt an. Die HG verpflichtete hierzu mit Justin Rundt, Christopher Rix (beide HSV Hamburg), Hannes Glindermann (THW Kiel II), Arne Eschweiler (VfL Fredenbek) und Kristof Evermann (SG Hamburg Nord) fünf neue Spieler. Wischnewski sieht seine Sieben „gegen den Titelverteidiger als Außenseiter mit dem Vorsatz, den Favoriten ärgern zu wollen“.