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Spielmacher gegenüber der Vorsaison kaum wiederzuerkennen Hansa: Lartey muss eine Schippe drauflegen

Von André Gericke | 27.09.2011, 07:51 Uhr

Mit zehn Toren und 13 Vorlagen führte Mohammed Lartey den FC Hansa Rostock als Spielgestalter in die 2. Fußball-Bundesliga zurück. In dieser Saison ist der Mittelfeldmann aber kaum wiederzuerkennen.

Mit zehn Toren und 13 Vorlagen führte Mohammed Lartey den FC Hansa Rostock als Spielgestalter in die 2. Fußball-Bundesliga zurück. In dieser Saison ist der Mittelfeldmann aber kaum wiederzuerkennen. Bislang konnte er sich nur einmal in die Scorerliste eintragen, bereitete lediglich einen Treffer vor. "Ich weiß, dass ich eine Schippe drauflegen muss. Das waren noch keine 100 Prozent", sagt der 24-Jährige, für den die 2. Liga kein Neuland ist. Bereits 2009/10 absolvierte er 19 Einsätze (ein Tor) für Rot-Weiss Ahlen, stieg mit dem Club am Ende aber ab - genauso wie Michael Wiemann und Sebastian Pelzer, die auch heute in Rostock seine Teamkollegen sind.

Eine Denkpause wie für Björn Ziegenbein (Vorjahr: 14 Tore, 9 Vorlagen - aktuell: 1 Treffer) und Tobias Jänicke (9/10 - 1/2), die am vergangenen Spieltag gegen den Karlsruher SC (1:1) zunächst auf der Bank saßen, wird es für Lartey kurzfristig aber nicht geben. Der Kicker scheint seinen Platz im Team von Coach Peter Vollmann sicher zu haben. "Im Moment ist das nicht geplant. Er hat wie alle anderen eine ordentliche erste Hälfte gespielt und dann nach der Pause abgebaut. Zudem haben wir nicht so viele auf dieser Position. Und ,Mo’ ist immer in der Lage, durch die Zentrale für Gefahr zu sorgen", erklärt Rostocks Trainer.

Dennoch werden die Unmutsäußerungen der Anhänger im Stadion bei jeder misslungenen Aktion des Spielers lauter, geht vor allem ein Raunen durchs Rund, wenn er eine Standardsituation ausführt. "Wir hatten vier, fünf zentrale Freistöße, die wir nicht aufs Tor brachten. Das geht eigentlich gar nicht. Darüber ärgere ich mich am meisten, zumal wir es zwei Tage vor der Partie gegen Karlsruhe noch geübt haben und es viel besser klappte", sagt Mohammed Lartey, der aber keine Zweifel verspürte anzutreten: "Im Spiel hat man das Selbstvertrauen und sagt: Den mache ich jetzt rein. Das war vielleicht dann doch zuviel."

Und auch der Coach fordert mehr Effektivität bei den Standards: "Der Ball muss zumindest auf das Tor kommen. Dann kann alles passieren. Aber wenn er in der Mauer landet oder zwei, drei Meter übers Tor geht, dann ist der Freistoß wertlos."

Gestern im Training nahm sich Vollmann den Kreativmann zur Seite und führte mit ihm ein Einzelgespräch. "Die Meinung des Spielers ist wichtig. Es geht darum, wie er seine Leistung empfunden hat, ob es deckungsgleich ist mit dem, was wir gesehen haben", begründet der Trainer die Maßnahme.

Lartey weiß, dass er mit den Rostockern in einer schwierigen und gefährlichen Phase steckt, will sich aber nicht verrückt machen lassen: "Es kommt darauf an, dass man sich nicht über-, aber auch nicht unterschätzt. Das werde ich machen."

Hansa internKoštál in Tschechien: Innenverteidiger Pavel Koštál (Entzündung im Fuß) ist wegen seiner anhaltenden Probleme nach Tschechien gereist, um sich dort vom Arzt der Nationalmannschaft seines Heimatlandes untersuchen zu lassen. Er wird heute in Rostock zurückerwartet.Platzwechsel: Seit dieser Woche trainieren die Rostocker wieder auf dem Platz zwischen Eishalle und Leichtathletikstadion. Für heute ist eine Einheit um 14 Uhr angesetzt.