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Rostock Hanseaten lassen ihr Herz sprechen

Von Ina Kessel | 14.02.2012, 12:45 Uhr

Der heutige Tag steht ganz im Zeichen der Liebe.

Rostocks Blumenhändler und Süßwarenverkäufer freuen sich am Valentinstag über ein besonders florierendes Geschäft. Aber erfunden haben sie den Tag nicht. "Tatsächlich gibt es verschiedene Entstehungsgeschichten rund um den Tag der Liebenden", sagt Andreas Kubik, Juniorprofessor an der Theologischen Fakultät der Uni Rostock. Die populärste spiele in Italien. In der Stadt Terni soll ein Pastor namens Valentin im 3. Jahrhundert nach Christi Paare christlich getraut haben. Diese Trauungen seien jedoch verboten gewesen und so sei Valentin am 14. Februar 269 hingerichtet worden. Jahre später sei der 14. Februar dann zu seinem Gedenktag erklärt worden.

Im Mittelalter feierten vor allem Verliebte in Belgien, Großbritannien und Frankreich den 14. Februar. Es hieß, der erste Mann, den eine Frau am Valentinstag vor ihrem Haus sah, sei ihr zukünftiger Ehemann. Durch englische Protestanten, die in die USA auswanderten, wurde der Brauch auch dort bekannt. US-Soldaten brachten die Tradition wiederum nach dem Zweiten Weltkrieg mit nach West-Deutschland.

Seit den 1990er-Jahren wird der Valentinstag auch in Rostock immer populärer. "Wir verkaufen jedes Jahr mehr Blumensträuße um den 14. Februar", sagt der Einzelhändler Heinz Bauer. Es kämen vor allem junge Männer, zwischen 18 und 30 Jahren, die Bauer sonst eher nicht im Blumenladen sieht.

"Für die Evangelische Kirche, wie bei uns in Rostock, hat der Tag traditionell keine Bedeutung", sagt der Wissenschaftler Kubik. Sie hätte aber bemerkt, dass der Valentinstag für viele Menschen immer wichtiger werde. Deswegen versuchen die Pastoren diesen Tag miteinzubeziehen. "Es werden am Valentinstag wie an Halloween spezielle Gottesdienste angeboten", sagt Kubik. So würden in einigen Kirchen Andachten abgehalten, in denen Paare gesegnet werden.

Viele Paare lassen am Valentinstag die Geschichte ihrer Liebe Revue passieren. So auch die Rostocker Marit Mohns und Christian Kasdorf. Ihre Beziehung stand zu Beginn eher auf wackeligen Beinen. Bei ihrer ersten Verabredung machten sie eine Kanutour. Dabei kam Christian auf die Idee, sich von einem Motorboot zum Ufer ziehen zu lassen. Als das Boot anfuhr, kippte das Kanu mit Marit und Christian um, sodass sie samt Kleidung, Handys und Handtüchern ins Wasser fielen. Dank viel Humor und einem versöhnenden DVD-Abend ging am Ende doch noch alles gut aus.

Neben kleinen Geschenken könnte der heutige Tag auch milderes Wetter mit sich bringen. Denn eine Bauernregel besagt: "Am Tag von Sankt Valentin gehen Eis und Schnee dahin."