Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion NNN

Handball HC Empor lässt trotz hoher Führung nie locker

Von Bernd-Dieter Herold | 15.09.2019, 16:46 Uhr

Der Tabellenführer der 3. Liga Nord-Ost erteilt den Mecklenburger Stieren Schwerin beim 35:18 (16:13) eine Lektion.

Sie ist Rostockerin, startet aber für die Schweriner Rudergesellschaft von 1874/75 und saß beim Handball-Klassiker Rostock contra Schwerin quasi zwischen den Stühlen: Weltmeisterin Marie-Louise Dräger. Kein Wunder, dass sich die 38-Jährige bei der Spielball-Übergabe öffentlich auch nur „viele Tore und eine packende Partie“ wünschte. Letzteres erfüllten der HC Empor und die Mecklenburger Stiere bis zum 16:13 zur Pause. Danach trugen lediglich noch die Hausherren zur Torflut bei. Sie erteilten den Schwerinern im 84. Derby mit dem 35:18 eine richtige Lektion.

„Ich fühlte mich an 1970 erinnert, als uns Empor im ersten Aufeinandertreffen beider Vereine mit 21:13 vom Parkett fegte“, sagte Peter Rauch, ehemaliger Post-Akteur und heute Präsident des Handball-Verbandes MV.

Claus Ruhe Madsen, Rostocks Oberbürgermeister und Mitglied des HCE, war vom Auftritt der Sieben von Trainer Till Wiechers begeistert: „Das war mit schnellen Ballpassagen und Pässen Werbung in eigener Sache. Selbst bei der hohen Führung ließ Empor nicht locker und machte immer weiter.“

Stimmt auf den Punkt. Bereits nach dem Sprung vom 16:13 zum 21:13 (38.) nahm Stiere-Coach Mannhard „Mücke“ Bech seine dritte Auszeit. Seine Mannen waren angeschlagen. Ein Box-Trainer hätte das Handtuch geworfen… Empor ließ erst nach 40:09 Minuten durch einen Siebenmeter den ersten Gäste-Treffer nach dem Wechsel zu. Da wurde hinten so richtig dicht gemacht, ging nach vorn über Konter die Post ab. Auch Wiechers’ „Trick 17“, Einsatz eines zusätzlichen Feldspielers an Stelle des toll haltenden Leon Mehler, passte.

Rostock: L. Mehler, Langer – Steidtmann, L. Witte, Ottsen 1, Schütze 3, D. Mehler 2, Völzke 2, N. Witte 15/4, Asmussen 3, Haasmann 1, Zboril 1, Tobeler 4, Mehrkens, Kohnagel 3, Diringer

Schwerin: Kominek, Heinemann – Grämke, Grolla, Kix 1, Weßeling 5, Reiter 3/2, Barten, Evangelidis, Zufelde 2, Klimt, Aust 2, Passias, Papadopoulos 1, Herbst 3, Leu 1

Siebenmeter: Rostock 4/4, Schwerin 2/2

Zeitstrafen: Rostock 4, Schwerin 6 Minuten

Schiedsrichter: Krüger/ Schmidt (beide Flensburg)

Zuschauer: 3626

Stimmen zum Derby

Till Wiechers (Trainer Rostock): Ich hatte eine enge Partie erwartet. Die Stiere ließen auch 30 Minuten nicht locker. Meine Mannschaft hat den Matchplan bestens umgesetzt. Mein Dank gilt dem Publikum. Es peitschte uns immer wieder an. Ich hoffe, dass Janos Steidtmann (9. Minute Knieverletzung – d. Red.) kein langer Ausfall droht.

Mannhard Bech (Trainer Schwerin): Glückwunsch an Till und sein Team. Wir waren bestens vorbereitet, hielten aber nur 30 Minuten mit. Die Mannschaft setzte bereits hier nicht alles um. Die zweite Halbzeit ist für mich unerklärlich. Wir waren leer im Kopf, fielen richtig auseinander. So darf man sich nicht präsentieren. Ich bin sehr enttäuscht.

Tim Völzke (Kapitän des HC Empor): Die Grundlage für den klaren Erfolg legten wir in der Defensive. Mit dem Einsatz von Ole Diringer nach der Pause wurde hier noch mehr Beton angemischt. Wie beim 38:22 gegen die HSG Ostsee Neustadt/ Grömitz spielten wir sehr gute zweite 30 Minuten. Danke an die Fans. Sie haben uns so richtig angetrieben.