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Rostock Herrentag: Polizei verstärkt Präsenz

Von Torben Hinz | 16.05.2012, 12:15 Uhr

Zum morgigen Herrentag sagt die Polizei Alkoholmissbrauch den Kampf an.

Mit der Aktion "Heute kein Rausch - Flaschentausch" vor dem Warnemünder Leuchtturm wollen die Beamten bei den Ausflüglern für einen maßvollen Trinkgenuss werben. Diese sollen ihr Bier lieber gegen alkoholfreie Cocktails oder Bionade eintauschen - auch für ihr eigenes Wohl. "Vor dem Hintergrund der Ereignisse von 2011 merkt man, was Alkohol mit Menschen anstellt", sagt Polizei-Sprecher Volker Werner. Damals starb der 44-jährige Familienvater Knud H. bei einer Schlägerei um den schöneren Bollerwagen am Bahnhof des Ostseebads.

"Das hätte überall passieren können - wir werden jetzt nicht alle Beamten nach Warnemünde schicken und dann ist alles gut", sagt Werner. Die beiden Streitgruppen waren sich vor dem Herrentag noch nie begegnet. "Aus einem kleinen Streit entwickelt sich schnell eine folgenschwere Straftat", so der Kriminalhauptkommissar. Daher setzt die Polizei beim Alkoholkonsum an, den sie als extrem gewaltfördernd ausgemacht hat. Allein im vergangenen Jahr gingen im Bereich des Rostocker Präsidiums mehr als 3500 Straftaten auf seinen Genuss zurück. An Christi Himmelfahrt müssen die Beamten sogar Extraschichten schieben, um Herr der Lage zu bleiben. "Für uns ist das ein Hauptkampftag", sagt Werner. Minimum 20 Prozent mehr Kräfte seien im Einsatz. In Rostock gibt es zudem eine schnelle Eingreiftruppe, die im Notfall als Verstärkung gerufen werden kann. Die Koordination könnte dann ein Polizeiführer übernehmen, der ebenfalls auf Abruf bereitsteht.

So weit soll es aber möglichst gar nicht erst kommen, auch dank der morgigen Aktion. Sie ist Teil der Kampagne "Promille produzieren Probleme", die das Polizeipräsidium Rostock zum Jahresbeginn gestartet hat. Insbesondere Kinder und Jugendliche sollen mittels Reaktionstest, Rauschbrille und Beratung lernen, welche Folgen exzessiver Alkoholgenuss haben kann. Polizeihauptmeisterin Angelika Reichelt von der Arbeitsgemeinschaft Sucht des Präsidiums sieht diese Auswirkungen beinahe täglich. Ihre Arbeit führt sie zu vielen Wiedereingliederungs-Einrichtungen für Trinker. "Teilweise sind die Bewohner erst 25 Jahre alt und haben einfach keinen Verstand mehr, das ist wirklich erschreckend", sagt Reichelt.

Gemeinsam mit vier Kolleginnen sowie Auszubildenden der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW), Vertretern des Warnowtunnels und des Vereins Trockendock will sie daher morgen in Warnemünde präventiv das Gespräch suchen. "Wir wollen das Trinken von Alkohol nicht generell verdammen, sondern für einen vernünftigen Umgang sensibilisieren", so Reichelt. Unterstützt wird sie dabei von Tourismusdirektor Matthias Fromm. Er erhofft sich von der Aktion ein positives Image für Warnemünde.