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Groß Stove Hightech im Kuhstall erleben

Von kindlera | 02.06.2018, 16:00 Uhr

Harry Weijs nimmt mit seinem Milchviehbetrieb am Tag des offenen Hofes teil und eröffnet eigenen Laden.

Auf dem Hof von Harry Weijs gibt es noch einiges zu tun für den 46-Jährigen, seine Lebensgefährtin Martina Bartels und die vier Angestellten. Am Sonntag, 10. Juni, nimmt der Milchviehbetrieb zum ersten Mal an der landesweiten Aktion des Bauernverbandes und des Landwirtschaftsministeriums, dem Tag des offenen Hofes teil, um als einer von 19 Gastgebern interessierten Besuchern Einblick in die Arbeit eines Bauern zu geben.

„Wir sind ein Milchviehbetrieb mit 300 Kühen und 250 Jungrindern“, sagt Weijs, der seinen Betrieb seit 18 Jahren in Groß Stove betreibt. Zum Aktionstag bietet er nach der offiziellen Eröffnung mit dem Bürgermeister der Gemeinde, Klaus Zeplien, um 10 Uhr Führungen und Vorführungen an, es gibt Kinderschminken, eine Strohhüpfburg und große Maschinen können bestaunt werden, die Landfrauen sind ebenso vor Ort wie ein Schauimker und selbstverständlich können Besucher bis 17 Uhr die putzigen Kälber streicheln.

Aber es gibt noch mehr zu entdecken: Hightech im Kuhstall. „Die Leute können die Melkroboter besichtigen“, erklärt Weijs. Diese setzt er seit 2011 ein, als er auch rund 1,8 Millionen Euro in den Bau des neuen Stalls und in den Komfort für seine Tiere investiert hat. „Die Kühe können rund um die Uhr selbst in die Box gehen, wenn sie gemolken werden wollen. Der Roboter scannt das Tier am Halsband, setzt automatisch die Melkanlage per Infrarot an und kontrolliert gleich die Qualität der Milch“, erklärt der 46-Jährige. Bis zu 65 Tiere versorge jeder Roboter pro Tag.

Die frisch gemolkene Milch können Kunden auch direkt kaufen. Seit einem Jahr steht auf dem Hof von Harry Weijs nämlich eine Milchtankstelle, in der die gekühlte Rohmilch ganz einfach selbst gezapft werden kann. „Es kommen viele aus Rostock und Umgebung vorbei. Und vor allem die ältere Generation schwärmt von dem Geschmack“, weiß Weijs. Seit Ende vergangenen Jahres bieten er und Martina Bartels zudem frische Eier sowie Wurst und Fleisch aus eigener Haltung an – ebenfalls in einem Automaten.

Doch Bartels und Weijs wollen jetzt noch einen Schritt weitergehen in Sachen Direktkontakt mit den Konsumenten. Zum Tag des offenen Hofes eröffnen sie ihren eigenen Hofladen. „Die Nachfrage ist auf jeden Fall da und die Kunden sind auch bereit, etwas mehr zu zahlen, wenn die Qualität dafür stimmt und sie wissen, dass das Rind von unserem Hof kommt“, sagt Bartels. Neben Salami, Corned Beef, Steaks, Hack oder Bratwurst will die 47-Jährige hier zunächst donnerstags und freitags von 14 bis 18 Uhr und sonnabends von 10 bis 15 Uhr auch Käse, Nudeln sowie Wein und selbst gemachten Eierlikör verkaufen. Denn allein vom Milchviehbetrieb leben, das mache heute angesichts der Milchpreise, die die Bauern erhalten – aktuell 30 Cent – und den Kosten, die dem gegenüberstehen, keinen Spaß mehr, sagt Harry Weijs aus eigener Erfahrung. Bevor eine Kuh Milch geben kann, kostet sie den Bauern rund 1500 Euro, jedes Tier fresse zudem täglich rund 50 Kilo Futter, für alle Kühe kommen so 15 Tonnen zusammen.