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Rostock HNO-OP live in alle Welt übertragen

Von Redaktion svz.de | 13.06.2017, 12:00 Uhr

Rostocker Klinik zum ersten Mal bei internationaler Konferenzschaltung dabei

Premiere in der HNO-Klinik der Unimedizin Rostock: Zwei Operationen haben Rostocker Ärzte erstmals mit einer Liveschaltung aus dem OP-Saal weltweit übertragen – und zwar über das Onlinenetzwerk LION (Live International Otolaryngology Network). Wer die Übertragungen im Mai sehen wollte, konnte sich auf der Internetseite lion-web.org anmelden. Die Konferenzschaltung ist für ein Fachpublikum angelegt, aber auch Laien konnten sie mitverfolgen.

Im vergangenen Jahr schauten rund 9000 Nutzer den HNO-Operateuren bei der Arbeit auf die Finger. Diejenigen, die die Runde verpasst haben, können eine Auswahl der aufgezeichneten Videos auch heute noch in der Mediathek anschauen. „Es ist für uns eine Ehre, daran teilnehmen zu dürfen“, sagt Prof. Robert Mlynski, Chef der HNO-Klinik.

Insgesamt 38 Operationen wurden gleichzeitig auf der ganzen Welt durchgeführt und auf zwei parallel geschalteten Kanälen veröffentlicht. Beteiligt an der internationalen Runde waren neben der Rostocker Klinik unter anderem Spanien, Italien, Schweden, Frankreich, die USA, Brasilien und Australien. Geleitet wurde die Konferenzschaltung von einem Moderator in den Niederlanden, der gleichzeitig die Rolle des Regisseurs übernahm und abwechselnd zwischen den OPs an den verschiedenen Standorten hin und her schaltete. So bekamen die Zuschauer zu jeder Zeit die entscheidenden Momente mit.

Für die Rostocker Ärzte hat sich die Konferenzschaltung gelohnt. Dadurch konnten die Mediziner demonstrieren, worauf sie spezialisiert sind. In zwei komplizierten Eingriffen implantierte Mlynski einem tauben Patienten ein künstliches Innenohr und einer Schwerhörigen ein Hörgerät. Um die millimetergenaue Vorgehensweise im Detail erkennen zu können, wurden die Bilder des Arriscopes – ein hochauflösendes, digitales 3D-Mikroskop – direkt übertragen. Für weitere Aufnahmen kam eine gerade erst frisch angeschaffte Videokonferenzanlage zum Einsatz. „Die Studenten haben sogar einen Teil ihrer Wohnsitzprämie dafür gesponsert, wofür wir sehr dankbar sind“, sagt HNO-Arzt Tobias Schuldt. Die Anlage wird künftig auch Operationen zu Vorlesungsthemen in den Hörsaal übertragen.