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Video: Abschlusskonzert Hochkarätiger Abschluss

Von TOHI | 25.06.2018, 05:00 Uhr

DDR-Kultband und Orchestermusiker reißen in der Stadthalle selbst Joachim Gauck von seinem Platz.

Für Gänsehautmomente hat gestern Rostocks Urgestein und Ehrenbürger, Spielmannopa Michael Tryanowski, gesorgt. Der 99-Jährige stahl der DDR-Kultband Karat bei deren Geburtstags-Abschlusskonzert in der Stadthalle ein wenig die Show und erntete allein für seine Anwesenheit donnernden Applaus. Den Rest erledigte die Band um Frontmann Claudius Dreilich. Anfangs noch norddeutsch verhalten, riss es das Publikum am Ende von den Sitzen. Ohne eine ungeplante zweite Zugabe aus „Albatros“ – das Lied wurde speziell Tryanowski gewidmet – und „Über sieben Brücken musst Du gehn“ ließ es die Kultrocker nicht von der Bühne.

Alt-Bundespräsident Joachim Gauck war dermaßen gerührt, dass er den Musikern spontan und noch vor der eigentlichen Zugabe „Blumen aus Eis“ vor der nicht ganz ausverkauften Arena gratulierte. Das schloss ausdrücklich auch die Musiker der sieben Rostocker Orchester, insbesondere des Jugendsinfonieorchesters des Konservatoriums und des Freien Studentenorchesters Rostock, aber auch der Norddeutschen Philharmonie, Jungen Norddeutschen Philharmonie, HMT-Orchester, Expat Philharmonic Orchestra und Universitätsorchester. Insgesamt bildeten so 152 Musiker unter der Leitung von Dirigent Edgar Sheridan-Braun das große Konzert-Orchester für Karat meets Classic.

Die Neuauflage des Formats aus dem Jahr 2016 stellte das fulminante Finale des 800. Rostocker Stadtgeburtstags dar, der auch im Zeichen der Weltoffenheit und des friedlichen Zusammenlebens stand. „Wenn man derzeit die Berichterstattung aus der Welt ansieht, ist das kaum noch zu ertragen – das macht uns viel Angst“, so Karat-Sänger Dreilich. Die Antwort der Band darauf lautet „Der blaue Planet“, ein Song aus dem Jahr 1982, der sich eigentlich mit der Angst vor den Folgen einer nuklearen kriegerischen Auseinandersetzung befasst. „Das ist aktueller denn je“, warnt Dreilich.