Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion NNN

Hochsee-Kanurennsport Es geht darum, „nicht nur die Logos spazierenzufahren“

Von Thomas Baake | 03.05.2019, 16:42 Uhr

Gordan Harbrecht hat ein Sponsorenteam gebildet: Der Mann vom RKC ist mit seinem Vize-EM-Titel längst nicht zufrieden.

Sizilien – Markgrafenheide – Alicante: Was haben diese Orte gemeinsam? Die Nähe zum Wasser und den Besuch vom einzigen Hochsee-Kanuten aus Norddeutschland: Gordan Harbrecht. Der Rostocker hat sich seit 20 Jahren dem Kanurennsport verschrieben. „Es ist nicht der Kampf gegen die Wellen, sondern man muss sich die Wellen zunutze machen und sie richtig lesen können“, schwärmt der Modellathlet über seine Spezialdisziplin Surf Ski. Diese ist hauptsächlich in Australien und Südafrika zu Hause – aber auch in Rostock sei sie auf einem guten Weg. Um diesbezüglich noch erfolgreicher mitfahren zu können, hat der Vize-Europameister 2018 sein #TeamOceanRacingRostock gegründet. Acht regionale und vor allem wassersportaffine Firmen unterstützen ihn bei seinen Vorhaben. Gemeinsame Projekte sollen entwickelt werden. Zu den Sponsoren gehören u. a. das Strandresort Markgrafenheide, das BCAW Bildungscenter und die GeBEG.

Um den Teamgedanken als Team auch zu pflegen, lud Harbrecht seine Unterstützer, zu denen neu das Restaurant ,blaue boje‘ hinzukam, jetzt zu einem lockeren Kennenlern-Abend ein. Es gehe darum, in dem 6,40 Meter langen und zehn Kilogramm schweren Kajak „nicht nur die Logos spazierenzufahren“. Das Material des Bootes ist Voll-Karbon, der Hersteller sitzt in Schweden. „Es ist das Beste vom Besten“, schwärmt Gordan.

Ein Netzwerk sei Gold wert, um Erfolg zu haben. Und so sollen sich die Sponsoren auch weiterhin in einer ungezwungenen Atmosphäre treffen. „Beim nächsten Mal, wahrscheinlich im Sommer, nehme ich sie mit ins Boot (und das im wahrsten Sinne des Wortes – d. Red.)“, kündigt der ehemalige Sport-Soldat an.

Auf seiner Haus-und-Hof-Strecke zwischen Kühlungsborn und Warnemünde (20 Kilometer) schafft Harbrecht bei optimalen Bedingungen die Strecke in 1:02 Stunden. „Die Ostsee hat giftige Wellen. Sie brechen weit draußen“, verrät der Hochsee-Kanute. Er muss es ja wissen, als Küstenkind, das bereits im achten Lebensjahr mit dem Kanu-Sport in Berührung kam. Sein nächstes großes sportliches Ziel ist die Teilnahme an der diesjährigen Weltmeisterschaft im Surf Ski in Frankreich. Dazu gilt es zuvor, so wie dieses Wochenende in Alicante (Spanien), fleißig Weltcup-Punkte zu sammeln. Sieben Rennen hat der Mann vom Rostocker Kanu-Club dazu Gelegenheit. Nur die besten 40 Fahrer dürfen an der WM teilnehmen.