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Wiro Holzhalbinsel vor dem Startschuss

Von tohi | 10.06.2015, 11:00 Uhr

Kommunales Unternehmen plant Hunderte neuer Wohnungen in Innenstadtlage und schließt das Jahr 2014 mit Rekordergebnis ab

Mit Hunderten neuer Wohnungen auf der Holzhalbinsel und dem Werftdreieck will die Wiro Druck aus dem Innenstadtmarkt nehmen. „Es ist aber klar, dass die Nachfrage in diesem Bereich immer größer sein wird als das Angebot“, sagt Ralf Zimlich, Vorsitzender der Geschäftsführung. Für die 180 geplanten Wohnungen auf der Holzhalbinsel gibt es schon jetzt 350 Vormerkungen. Dabei wird die Nettokaltmiete dort etwa zehn Euro pro Quadratmeter betragen – der Wiro-Durchschnittsmieter in Rostock zahlt 5,66 Euro. Teuerstes Viertel ist Warnemünde mit 6,72 Euro pro Quadratmeter, am billigsten wohnt es sich in Schmarl mit 5,07 Euro pro Quadratmeter.

Auch dank der Neubauten rechnet Zimlich weiter mit sprudelnden Einnahmen. „2014 war das erfolgreichste Jahr in der Firmengeschichte“, sagt er. Der Bilanzgewinn sei von 17,2 Millionen Euro in 2013 auf 22,6 Millionen gestiegen. Davon profitiert auch die Stadt als alleinige Gesellschafterin: 14 Millionen Euro fließen in ihre Kasse. In den nächsten Jahren werde der Betrag ähnlich ausfallen, so Zimlich. „Das ist das, was wir leisten können.“ Sollte die Stadt mehr verlangen, müsse das Unternehmen neue Schulden machen. Aktuell drücken die Wiro noch immer fast eine Milliarde Euro Altlasten. „Das ist ein ernstzunehmender Rucksack für uns“, sagt Zimlich. Jährlich würden 35 bis 40 Millionen Euro getilgt.

Zugleich investiert die Wiro kräftig: Baustart für das 52 Millionen Euro teure Projekt auf der Holzhalbinsel ist am 26. Juni. Die Suche nach alten Fliegerbomben ist bereits abgeschlossen. Wann es auf dem Werftdreieck losgeht und wie genau die Wohnungen dort gebaut werden, ist dagegen noch unklar. Für das Gelände soll zunächst ein städtebaulicher Wettbewerb ausgeschrieben werden, so Zimlich. Außerdem „wollen wir die Bevölkerung mitnehmen“, beispielsweise über eine eigene Homepage, Info-Veranstaltungen und Quartiers-Spaziergänge. So umfangreich seien die Bürger in Rostock noch nie in ein Bauvorhaben eingebunden worden. Allerdings bestehe auf dem Werftdreieck Zeitdruck – anders als auf der Warnemünder Mittelmole kann die Wiro dort keine Parkeinnahmen verbuchen.

Seinen ersten Neubau seit Jahrzehnten hat das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr im Fritz-Meyer-Scharffenberg-Weg abgeschlossen. Dort entstand neben 39 barrierearmen Wohnungen für weniger als sieben Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter auch die erste Eisspeicherheizung Rostocks. Innovative und erneuerbare Energien sollen künftig noch stärker genutzt werden. „In den kommenden Jahren bauen wir verstärkt solarthermische Anlagen. Sie funktionieren rund ums Jahr und senken die Betriebskosten für Warmwasser und Heizung“, sagt der technische Geschäftsführer Christian Urban. Darüber hinaus betreibe die Wiro schon jetzt 51 Fotovoltaikanlagen und zwei Blockheizkraftwerke.