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Debatte IGA-Park soll Familienziel werden

Von Katrin Zimmer | 11.05.2018, 05:00 Uhr

Einwohner diskutieren über Entwicklung des Geländes.

Um die Stadtkasse künftig nicht mehr mit rund einer Million Euro Instandhaltungskosten pro Jahr zu belasten, soll der IGA-Park in Schmarl attraktiver für Einheimische und Touristen werden – ein Höhepunkt in der Freizeitlandschaft der Hansestadt. Über die Entwicklung des Areals haben die neuen IGA-Geschäftsführer Matthias Horn und Kathrin Möller sowie Vertreter der Stadtverwaltung am Mittwoch mit rund 100 Rostockern auf dem Traditionsschiff diskutiert. Der Tenor: Der Park soll weiterhin durch einen Zaun gesichert sein, mehr Gastronomie und Freizeitangebote für Familien geschaffen werden.

„Wenn wir mehr Besucher in den Park locken wollen, müssen wir Angebote für Kinder schaffen, denn die ziehen Eltern und Großeltern mit“, sagt Bürgerschaftsmitglied Sybille Bachmann (Rostocker Bund). „So ein Weidendom lockt mich sicher nicht in den IGA-Park“, pflichtet Wilfried Pingel aus Diedrichshagen bei. Er wünsche sich eine radikale Veränderung. Ideen dafür hat Hanse Sail-Chef Holger Bellgardt: „Wir brauchen hier kein zweites Disneyland, aber ich kann mir vorstellen, dass man eine Miniaturwelt ,Wunder Ostsee‘ aufbaut oder eine Park-Eisenbahn.“ Generell müsse das Areal weg davon, ein reiner Blumengarten zu sein.

„Wir müssen die bestehenden Attraktionen untersuchen und entscheiden, welche erhalten und gestärkt werden können, aber auch sehen, was weichen muss“, erklärt Grünamtsleiterin Ute Fischer-Gäde. So sei die Veranstaltungsbühne in fünf Jahren erneuerungsbedürftig, das würde teuer. Höchst kontrovers diskutiert wurden die Fragen, ob der Park weiter Eintritt kosten solle, ob Hunde mit hinein dürfen und das Fahrradfahren erlaubt werden solle.

Immerhin für das Schifffahrtsmuseum hat Leiterin Kathrin Möller ein Konzept: „Es besteht aus drei Komponenten: dem Schiff an sich, dem Außenbereich und dem landseitigen Neubau.“ Inhaltlich sollen die Geschichte von Schiffbau und Schifffahrt in MV von der Zeit der Hanse bis heute erzählt werden sowie Mitmachangebote an und im Wasser kommen. Dafür werde der Eintritt von derzeit drei Euro künftig auf jeden Fall erhöht werden, so Möller.

Die Vorschläge der Rostocker sollen laut IGA-Geschäftsführer Horn geprüft und in das Entwicklungskonzept einbezogen werden. Weitere Befragungen der Einwohner via Internet seien angedacht. Erste Ergebnisse sollen der Bürgerschaft noch im Juni, das fertige Konzept im Herbst vorgelegt werden, so Horn. Für ihn steht fest: „Die 20 000, 30 000 Besucher im Jahr reichen für die Region nicht aus.“