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Migration IHK fordert: Zuzügler integrieren

Von TOHI | 23.06.2015, 06:00 Uhr

Ein Welcome-Center soll neuen Rostockern den Arbeitseinstieg erleichtern

Die Integrationskurse von Migra vereinen Menschen aus aller Welt, die in Rostock Fuß fassen möchten: „Der eine kommt aus Rom, andere aus Istanbul, Accra oder Damaskus“, sagt Michael Hugo, Geschäftsführer des Vereins. Angesichts des anhaltenden Zustroms von Migranten könne der Kursbedarf derzeit kaum gedeckt werden. Es fehle an Lehrern, obwohl deren Zahl in Rostock und dem Landkreis auf 38 gestiegen sei.

Aus Sicht von Claus Ruhe Madsen, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rostock, reichen die Probleme rund um die Integration aber weit über fehlendes Lehrpersonal hinaus. „Uns geht es um eine gute Willkommenskultur“, sagt er. Neu-Rostocker müssten möglichst schnell in den Arbeitsmarkt integriert werden. „Es kommen sehr fähige Leute her – unser Bedarf an Fachkräften steigt seit Jahren und wir werden immer weniger“, so Madsen. IHK-Hauptgeschäftsführer Jens Rademacher: „Seit einem halben Jahr tut sich in der Stadt buchstäblich nichts. Wir müssen die Leute an die Hand nehmen.“

Dabei helfen könnte ein Welcome-Center, wie es andere Städte schon installiert haben, beispielsweise Hamburg. Es soll als zentrale Anlaufstelle dienen und die Suche nach Ansprechpartnern und Behörden abnehmen. Das gelte nicht nur für Flüchtlinge, sondern für alle Zuzügler – „ob aus Bayern oder Doberan“, so Madsen. Als Neuankömmlinge hätten sie alle ähnliche Anliegen, etwa die Ummeldung des Wohnsitzes oder Autos.

„Dieser zentrale Ansprechpartner sollte möglichst schnell geschaffen werden“, sagt Anke Knitter (SPD), Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses der Bürgerschaft. Die Verwaltung müsse generell bürgerfreundlicher auftreten, fordert sie. In dieser Hinsicht könne Deutschland von seinem Heimatland Dänemark lernen, wo alle behördlichen Formalitäten auf einem einzigen Amt erledigt würden, so Madsen. Er kennt den bürokratischen Aufwand, der mit einem Umzug nach Deutschland, der Aufenthaltsgenehmigung und der Erlaubnis zur Gründung eines Unternehmens verbunden ist.

„Die Idee eines Welcome-Centers ist sinnvoll“, sagt auch Migra-Chef Hugo. Aus seiner Sicht müsse es angesichts seiner Funktion aber vom Staat selbst betrieben werden – in Hamburg ist es bei der IHK angesiedelt.