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Landwirtschaft MV In Ställen und auf Feldern

Von Frank Pfaff | 10.06.2018, 20:45 Uhr

30 000 Besucher beim „Tag des offenen Hofes“. Tiermast und Monokulturen schüren Skepsis

Zum bundesweiten „Tag des offenen Hofes“ haben sich auch Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern in die Ställe schauen lassen. Nach Angaben des Landesbauernverbandes nutzten gestern knapp 30 000 Besucher die Möglichkeit, sich über Produktionsweisen zu informieren, Ausfahrten auf die Felder zu machen und auf Tuchfühlung zu Tieren zu gehen.

Der „Tag des offenen Hofes“ findet seit 1992 alle zwei Jahre statt. 2016 waren nach Angaben von Agrarminister Till Backhaus (SPD), der die Aktion am Morgen in der Agrargemeinschaft Holthusen südlich von Schwerin eröffnete, noch etwa 42 000 Besucher gekommen.

Die Veranstalter machten das Wetter für den Rückgang verantwortlich. Am Vormittag waren bei sonnigem Wetter die Ostseestrände beliebte Ausflugsziele im Land. Die wochenlange Trockenheit lässt nach Worten von Landes-Bauernpräsident Detlef Kurreck die Ernteaussichten immer mehr schrumpfen. Nach seinen Angaben beteiligten sich im Nordosten etwa 40 große und kleine landwirtschaftliche Betriebe an 19 Standorten am „Tag des offenen Hofes“.

Minister Backhaus nannte den „Tag des offenen Hofes“ eine „wichtige und erfolgreiche Imageveranstaltung für die Landwirtschaft“. Backhaus hatte vor allem darauf gehofft, dass Städter die Angebote nutzen.

Bauern stünden im Spannungsfeld zwischen ökonomischen Zwängen und öffentlicher Kritik, stellten sich aber der Diskussion, betonte Landes-Bauernpräsident Detlef Kurreck.

Die Landwirte hätten auch keine Angst vor kritischen Fragen. „Wer soll sie beantworten, wenn nicht wir Bauern selbst“, erklärte Kurreck. Auch im Nordosten gibt es immer wieder Proteste etwa gegen Massentierhaltung oder Pestizideinsatz.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es fast 5000 Landwirtschaftsbetriebe, darunter viele Kleinbetriebe im Nebenerwerb.