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Schüler forschen Jede Menge Leben in den Ästen

Von kindlera | 22.06.2018, 05:00 Uhr

Sanitzer Achtklässler beschäftigen sich für Projekt mit Totholz und errichten Lehrpfad – Auszeichnung beim Stalu MM-Wettbewerb.

Umgeknickte Bäume, abgebrochene Äste – nach Stürmen herrscht im Wald meist eine gewisse Unordnung. Aber was ist nun besser: Das tote Holz wegräumen oder es liegen lassen? Genau diese Frage haben sich die Schülerinnen Sarah Lynn Hocher und Celine Arndt vom Sanitzer Gymnasium gestellt und daraus ihr Projekt „Totholz ist nicht tot – unser Lehrpfad auf dem Schulgelände“ entwickelt. Damit haben sie nicht nur beim Wettbewerb Jugend forscht den ersten Platz in der Sparte Schüler experimentieren gewonnen, sondern ihr Projekt ist auch eines, das beim Wettbewerb „Schüler staunen …“ 2016 bis 2018 des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalu MM) ausgezeichnet wird.

„Im Rahmen des Unterrichts finden bei uns jedes Jahr verschiedene Projekte statt“, sagt Schulleiterin Dr. Angela Schulz, die das Totholz-Projekt betreut hat. „Und ich bin jedes Mal wieder gespannt auf die Ideen der Schüler.“ Mit zweien – dem zum Totholz und einem, das sich mit dem Thema Pfützen als wertvolle Kleinbiotope beschäftigt, hat sich die Schule am Stalu MM-Wettbewerb beworben. Die theoretischen Grundlagen für ihr Totholz-Projekt haben die beiden 14-jährigen Mädchen Celine und Sarah Lynn erarbeitet und dabei Erstaunliches herausgefunden. „Totholz hat eine wichtige ökologische Bedeutung, denn es fördert die Artenvielfalt und ist auch für den Kohlenstoffkreislauf wichtig“, nennt Sarah Lynn nur einige positive Effekte. Zusammen mit ihren Mitschülern Runa Bülau, Maxime Jürgens, Robin Beier und David Winter haben Celine und Sarah Lynn dann einen eigenen Totholz-Lehrpfad mit Informationstafeln auf dem Schulhof errichtet. „Wir waren im Wald und haben Holz gesammelt“, erklärt Celine. Inspiration haben sich die Achtklässler auch im Gespensterwald geholt, wo es auch solch einen Lehrpfad gibt. „Wir haben verschiedene Varianten aufgebaut, wie Totholz verwendet werden kann“, sagt Sarah Lynn. Neben Hecke oder Pyramide gibt es beispielsweise einen Reisig- und Holzhaufen, aber auch ein Insektenhotel. „Diese bieten Unterschlupf für Vögel, Igel, Amphibien und Holzbewohner wie Moose, Flechten, Pilze oder Würmer“, weiß die 14-Jährige. Die ersten Spinnen, Moose und Flechten beleben den Totholzpfad bereits, was die Schüler sichtlich freut. Seit etwa einem Jahr beschäftigen sie sich mit diesem Thema und wollen durch den Lehrpfad, den sie im Frühjahr fertigstellen konnten, auch ihre Mitschüler für dieses Thema sensibilisieren und ihnen zeigen, dass Totholz eine Chance für turbulentes Leben ermöglicht.