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Austausch der Generationen Jetzt geht es ans Kochen

Von MAPP | 24.07.2018, 05:00 Uhr

Projekt von Senioren und Schülern: Macht beiden Seiten Spaß und zeigt Erfolge.

Wieder die breiten Steintreppen hinauf, vor dem Klassenraum auf die Lehrerin warten, zur vertrauten Schule gehen – für fast alle der meist über 70-jährigen Warnemünder eine neue Erfahrung, ein Erinnern an Zeiten vor 60 Jahren. Dies alles in der alten Fritz-Reuter-Schule, die jetzt die Ecolea ist. Lehrerin Heike Kittel, Kursleiterin Soziale Kontakte, hatte gemeinsam mit dem Seniorenausschuss des Ostseebades die Idee, Alt und Jung zusammenzubringen. Wünschten sich doch die Älteren bei der Konstituierung des Seniorenbeirates kurze Wege in Warnemünde zu finden, um zu lernen, die neue Technik zu beherrschen.

Gesagt getan. Mit Handys und Laptops im Gepäck konnte im Frühjahr dieses Jahres das Abenteuer Alt und Jung in Grenzerfahrung beginnen. „Mir hat die Erfahrung, mit Senioren in der eigenen Schule über Technik zu reden und uns auszutauschen, sehr viel Spaß bereitet“, so das Fazit von Alexandra Schramm aus der 9a. Henry James van Roayen aus der 10c erklärt: „Ich habe mitgemacht, um den älteren Herrschaften zu helfen, die Technik der Neuzeit zu verstehen. Aber viel mehr ging es mir darum, den Umgang und das Miteinander mit den Senioren zu pflegen.“ Erstaunt ist Carol Witkowski aus der 9c: „Meine Patin war sehr wissbegierig. Sie hatte sich ein neues Handy gekauft und wollte alles erklärt haben. Sie hat sich auch Aufzeichnungen gemacht. Als wir noch Zeit übrig hatten, unterhielten wir uns über das heutige und damalige Leben als Jugendlicher.“ Maria Caridad Lange aus der 10a bringt es vielleicht auf den Punkt: „Ich fand es schön, den Senioren zu helfen. Wer könnte es besser als die neue Generation. Diese ganze Aktion war für beide Seiten ein Geben und Nehmen!“

Was werden die Senioren in den Gesprächen außer dem Anreißen von eigenen Lebenserfahrungen im nächsten Schuljahr geben können? Rene Naujoks aus der 9a gab der engagierten Lehrerin den Impuls, als er fragte: „Was wurde denn früher so gegessen in Warnemünde?“. Und der Seniorenausschuss sprang an auf dieses Thema. Mehrere Rentnerinnen werden gern ihre alten Rezeptbücher aus dem Schapp holen und mit den jungen Leuten kochen. Noch wird dafür eine große Küche mit vielen Herden gesucht, aber auch das wird bis zum Jahresende zu machen sein. Vielleicht über ehemalige Schüler dieser älteren Generation.