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Rostock Jugendschiff "Büchner": Letzte Fahrt verzögert sich

Von Christine Weber | 08.01.2013, 06:34 Uhr

Morgen sollte die "Georg Büchner" den Rostocker Stadthafen zur Verschrottung in Richtung Klaipeda verlassen.

Doch ob dieser Termin gehalten werden kann, ist mittlerweile fraglich. Denn erst muss das Schiff noch seefertig gemacht werden. "Wir warten deshalb noch auf Taucher", sagt der bisherige Eigentümer Klaus Janßen vom Förderverein Traditionsschiff Rostock, der bis Dezember auf der "Georg Büchner" eine Jugendherberge betrieb.

Auch die unteren Bullaugen müssen noch mit Blechen verschweißt werden. "Zur Vorsorge gegen Seeschlag", erläutert Janßen. Erst wenn alle nötigen Arbeiten erledigt seien, könne das Schiff dem neuen Eigner übergeben werden und seine letzte Reise antreten. Ein Rettungsversuch in letzter Minute, den belgische Schiffsliebhaber in der vergangenen Woche unternahmen, war offenbar ohne Erfolg.

Die städtische Denkmalpflege bedauert den Verlust des Schiffes, das das Panorama des Stadthafens seit vielen Jahren geprägt hat. "Es ist traurig, aber wir sehen keine Möglichkeit mehr zum Erhalt", sagt Stadtkonservator Peter Writschan. Denn die Kosten für die nötige Sanierung von geschätzten drei bis fünf Millionen Euro würden den Verein wirtschaftlich überfordern.

Der Bescheid, mit dem die Stadt einer Verschrottung des ehemaligen Schiffes der Deutschen Seereederei zustimmt, steht zwar noch aus, ist aber nur noch Formsache. Mit ihm erlischt auch der Status des Schiffes als Denkmal der Hansestadt Rostock. Writschan betont: "Schiffe sind eben immer nur Denkmale auf Zeit." Die stählernen Pötte seien witterungsanfällig und würden sich - anders als Häuser - durch Vermietung nur selten selbst tragen.

Unterdessen beginnen die Betreiber der Jugendherberge mit der Suche nach einem neuen Objekt. "Der Oberbürgermeister hat uns dabei die Unterstützung der Hansestadt zugesagt. Darauf hoffen wir", sagt Janßen.

Die Hansestadt selbst war bis 1998 im Seeschiffsregister eingetragener Eigentümer der "Büchner". Bei den Vorbereitungen für die Internationale Gartenschau kam das Schiff von Schmarl in den Stadthafen. Der Förderverein Traditionsschiff übernahm es und rettete es damals so vor der Verschrottung - eine Rettung auf Zeit, wie sich jetzt zeigt.