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Uni-Skandal Juso-Gruppe fordert Rücktritt des Rektors

Von tohi | 26.06.2015, 10:00 Uhr

Vorwurf nach Stellvertreter-Wahl: Wolfgang Schareck genießt keinen politischen Rückhalt mehr in den Hochschulgremien.

Attacke auf Uni-Rektor Prof. Wolfgang Schareck: Weil Prof. Stefan Göbel bei der Wahl des Prorektors für Studium, Lehre und Evaluation am Mittwoch im Konzil durchgefallen ist, fordert die Juso-Hochschulgruppe nun seinen Rücktritt. Göbel sei Scharecks „ausdrücklicher Wunschkandidat“ und „inoffizieller Kronprinz“ gewesen, so Juso-Sprecherin Jaqueline Dejosez. „Das Wahlergebnis ist der letzte Beweis, dass der Rektor in allen Statusgruppen nicht mehr genügend Rückhalt genießt, um seine hochschulpolitische Agenda umzusetzen“, sagt sie.

Zuletzt sei er im Senat mit der Einführung einer Verwaltungskostenpauschale gescheitert. Auch die Umverteilung von Forschungsgeldern aus Drittmittel-Programmpauschalen in den Bereich Verwaltung sei fehlgeschlagen, so Dejosez. Darüber hinaus belasteten der Rechtsstreit zwischen Uni und Philosophischer Fakultät um die Ernennung des Whistleblowers Edward Snowden zum Ehrendoktor und die Verteilung der so genannten Bafög-Millionen das Ansehen des Rektors. „Das gesamte Vorgehen zeigt ein Ausmaß an Realitätsverweigerung und Wagenburg-Mentalität, wie man sie im Politbüro im Endstadium beobachten konnte“, sagt Katharina Wilke, Landeskoordinatorin der Juso-Hochschulgruppen.

Uni-Rektor Schareck reagiert umgehend auf die Vorwürfe und die Rücktrittsforderung. Er will die Juso-Hochschulgruppe nun zu einem klärenden Gespräch einladen.

Im Gegensatz zu Göbel wurde Bettina Eichler-Löbermann vom Konzil als Prorektorin für Internationales, Gleichstellung und Vielfaltsmanagement bestätigt. Ebenfalls gewählt wurde Prof. Udo Kragl als neuer Prorektor für Forschung und Forschungsausbildung. Ihre Amtszeit läuft jeweils vom 15. Oktober dieses Jahres bis zum 14. April 2018. Bereits seit April in ihrer zweiten Amtszeit als studentische Prorektorin befindet sich Isabelle Pejic.

Der Prorektor für Studium, Lehre und Evaluation soll nun im kommenden Wintersemester gewählt werden. Zusammen mit dem Rektor sowie mit dem Kanzler bilden die Prorektoren die Universitätsleitung.