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Rostock Kanufreunde in den Startlöchern

Von CLLA | 24.01.2018, 12:00 Uhr

Rostocker Sportler erwarten die Sanierung des 1971 gebauten Vereinsheimes an der Unterwarnow, das Leistungszentrum werden soll. #wirkoennenrichtig

Aus den Turnmatten platzt die Füllung, an der Decke über den Duschen gibt es Stockflecken, das Bootshaus wird mehrmals im Jahr vom Hochwasser gespült – die Heimstätte des Vereins Kanufreunde Rostocker Greif hat definitiv schon bessere Zeiten gesehen. „Bis auf kleinere Reparaturen durch unsere Mitglieder ist hier alles noch Originalzustand aus dem Jahr 1971, als die Gebäude errichtet wurden“, sagt Vorstandsmitglied Kay Müller.

Nicht nur er als Sportwart, sondern auch die aktuell 270 Mitglieder können die Sanierung deshalb kaum erwarten. Seit 2014 ist der Verein mit dem Eigenbetrieb für Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE), dem Amt für Schule, Jugend und Sport sowie dem Stadtsportbund dazu im Gespräch. Rund 3,4 Millionen Euro sind für die geplant einjährige Sanierung veranschlagt, die noch in diesem Jahr beginnen soll. Laut Sportsenator Steffen Bockhahn (Linke) ist der Bauantrag bereits gestellt.

„Eine Abkehr von den Plänen wäre nicht nur eine Enttäuschung, sondern ein Disaster. Schließlich schwebt über dem Haus immer das Damoklesschwert einer Schließung aufgrund der Baumängel“, sagt Andreas Röhl. Der Geschäftsführer des Stadtsportbundes hat für den Standort Gaffelschonerweg große Visionen: „Der Vereinssitz ist natürlich auch für den Breitensport da, aber Ziel ist es, hier wieder ein Zentrum für den Leistungssport zu entwickeln, eine Kaderschmiede für alle Rostocker Kanuten“, sagt Röhl. Deshalb hätte der Landessportbund auch 500 000 Euro an Fördermitteln für die Sanierung zugesagt.

Dafür sind die Kanufreunde Rostocker Greif, die das Gelände samt der baufälligen Gebäude von der Stadt mieten, auch bereit, selber tiefer in die Tasche zu greifen – und das nicht nur über einen langfristigen Mietvertrag, dessen Höhe der Modernisierung angepasst wird: „Wir haben auch unsere Mitglieder befragt und – von ihnen getragen – eine Erhöhung der Beiträge um 50 bis teilweise sogar 70 Prozent geplant“, sagt Anette Rixen.

Das würde aber nicht bedeuten, das ein Luxusbau entsteht: „Zweckmäßigkeit stand bei den Planungen im Vordergrund“, so die Schatzmeisterin des Vereins. Neben der Barrierefreiheit und dem Hochwasserschutz ging es vor allem um den Erhalt und die Modernisierung der bisherigen Kraft-, Sport- und Vereinsräume sowie Umkleiden. Sogar auf die Sauna würde aufgrund der teuren Unterhaltung verzichtet. Auch das überdachte Kanubecken, das es am Standort einmal gab und das zugeschüttet wurde, ist kein Bestandteil der neuen Planungen.

Die alte Garagenanlage, der Bungalow und das Treibstofflager werden abgerissen, um Platz für neue Stellplätze für Autos und Bootstrailer sowie eine Rasenfläche zu schaffen. Die gesamte Maßnahme diene laut der Planungsunterlagen auch dazu, einen baulichen Missstand auf der Rostocker Holzhalbinsel zu beseitigen. „In diesem modernen Quartier werden so viele Wohnungen für neue Einwohner angesiedelt – dazu gehören unbedingt auch moderne Vereinsanlagen“, sagt Andreas Röhl.