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Karls Eiswelt Bagger machen die Eiswelt platt

Von Antje Kindler | 07.11.2018, 18:02 Uhr

Die vergängliche Kunst der 15. Eiswelt muss Platz machen für die neue Schau. Dafür kommt schweres Gerät zum Einsatz.

Mit Vollgas und durchdrehenden Rädern schiebt sich der Radlader in den Berg aus zersprungenem Eis. Die Schaufel gräbt sich in die durchsichtigen Blöcke aus gefrorenem Nass, reißt ganze Häuserfassaden um und nimmt die frostige Statue von Fürst Borwin auf. Wo noch bis vor ein paar Tagen Besucher fasziniert die Kunstwerke aus Eis bewunden konnten, sind am Mittwoch die Abrissarbeiten der 15. Eiswelt bei Karls in vollem Gange.

"Am Sonntag war der letzte Tag und am Montag wurde mit dem Abbau und den Vorbereitungen für die neue Eiswelt begonnen", sagt Othmar Schiffer-Belz, künstlerischer Leiter dieser vergänglichen wie faszinierenden Ausstellung. Nachdem an den ersten beiden Tagen Teppiche, Licht und andere Technik abgebaut wurde - u.a. musste Techniker Robert Hauer rund 140 LED-Scheinwerfer und über sechs Kilometer Kabel deinstallieren - , ist für den Abriss der eisigen Ausstellung schweres Gerät gefragt. Schließlich müssen Tonnen von Eis - immerhin über 2000 Blöcke - aus der Halle geschafft werden.

Viel Zeit bleibt dafür nicht. Denn schon am 22. November kommen die ersten Eiskünstler nach Rövershagen, um die 16. Auflage der Eisskulpturenschau vorzubereiten. "Es ist zwar etwas wehmütig, aber es hat auch was mit loslassen zu tun", sagt Schiffer-Belz über die Abrissarbeiten. Ein Trost und großes Dankeschön sei für ihn und alle Beteiligten aber, dass die 15. Auflage "Die geheimnisvolle Stadt – 800 Jahre Rostock" solch ein Erfolg geworden ist. Denn mit der Schau konnte Karls einen neuen Besucherrekord verbuchen. "Vor der Eröffnung wollten wir 200 000 Besucher haben, am Ende waren es jetzt 213 000."

„"Das geschmolzene Eis fließt dann vom Graben in die Warnow und von dort in die Ostsee. Also wenn in Warnemünde dann eine kühle Stelle im Wasser ist oder Tycho Brahes Nase vorbei schwimmt ..."“
Othmar Schiffer-Belz, Künstlerischer Leiter der Eiswelt

Bei laufender Kühlung - "Wir haben keine Zeit, sie runter und dann wieder hoch zufahren", so der künstlerische Leiter, - geht das Karls-Team den Figuren wie Tycho Brahe, der Marmeladenköchin oder Vicke Schorler mit Eispickeln an den Kragen, während den großen Skulpturen mit der Technik zu Leibe gerückt wird. "Das Eis wird nach draußen in einen Graben gefahren und schmilzt dann." Dieser Prozess, so der künstlerische Leiter könne je nach Außentemperatur zwei bis drei Wochen dauern. "Das Wasser fließt dann vom Graben in die Warnow und von dort in die Ostsee. Also wenn in Warnemünde dann eine kühle Stelle im Wasser ist oder Tycho Brahes Nase vorbeischwimmt ...", sagt Schiffer-Belz schmunzelnd.

Bis Ende der Woche müssen die Abrissarbeiten abgeschlossen sein, denn schon am 20. November liefern die Lkw die ersten Eisblöcken aus der polnischen Fabrik in Rövershagen an. Rund 3000 Tonnen und 15 Blöcke werden für die 16. Auflage benötigt. "Das Thema lautet ,Komm in das Land der Phantasie ...!'", verrät der künstlerische Leiter schon einmal. 24 Künstler aus 14 Nationen werden dann selbiger freien Lauf lassen und die Besucher in ein verzauberndes Reich mit Drachen und anderen mystischen Figuren entführen. "Neu ist ein Malwettbewerb für Kinder. Eine Jury wählt drei Motive aus, die dann als Skulptur in Eis gehauen werden", erzählt Schiffer-Belz. Sie können Besucher dann zusammen mit den anderen rund 18 Stationen ab dem 22. Dezember um 9 Uhr bewundern. Kurz vor Heiligabend wird nämlich die neue vergängliche Eiswelt eröffnet.

Mehr Informationen:

Aufruf

Kinder können in diesem Jahr erstmals die neue Eiswelt mitgestalten. Diese eröffnet am 22. Dezember unter dem Motto "Komm in das Land der Phantasie ...!" in Rövershagen. Beim Karls-Malwettbewerb zur Ausstellung ist nun die Kreativität kleiner Künstler gefragt. Das Mitmachen ist ganz einfach. Die Kinder malen einfach ein Bild von einem Fantasietier und schicken uns das fertige Werk dann zu. Egal ob feuerspeiender Hundefisch, mystisches Meerlebewesen, siebenbeiniger Vogel oder imposanter Drache - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die gemalten Werke können unter Angabe von Vor- und Nachname, Alter sowie Kontaktdaten an die NNN geschickt werden. Einsendeschluss ist der 15. November. Unter allen Teilnehmern wählt eine Jury die drei besten Bilder aus, die dann von einem Künstler ins Eis gehauen werden und dann in der 16. Eiswelt bewundert werden können.