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Tierheim Rostock-Schlage Katzenleid in Schlage

Von Michaela Kleinsorge | 20.07.2018, 11:50 Uhr

Zu wenig Kastrationen bei freilaufenden Vierbeinern erschweren die Arbeit im Tierheim.

Im Tierheim Schlage gibt es 128 der gesündesten und schönsten Katzen in allen Altersgruppen und Farben. Leider wurde mehr als die Hälfte der Pfleglinge von ihren ehemaligen Besitzern auf brutale Art ausgesetzt und von Tierfreunden halb verhungert oder verletzt im Tierheim abgegeben.

Viele Hauskatzen sind trächtig, weil sie vor der verantwortungslosen Entsorgung nicht kastriert wurden. „Insbesondere Kater streunen dann in größeren Umkreisen herum, vergewaltigen regelrecht auch Jungkatzen vor der zeitlich möglichen Kastration, belästigen durch Markieren ihrer Reviere die Anwohner und sind besonders durch Infektionskrankheiten und Bisse bei Revierkämpfen gefährdet“, sagt Norbert Schlösser, Leiter des Tierheims in Schlage. Deshalb werden alle Neuzugänge erst einmal geimpft, entwurmt, kastriert, gechipt und in der Gruppe resozialisiert.

So werden die zukünftigen Besitzer mit ihrem neuen Familienmitglied wesentlich entspannter durchs Leben gehen. Diese Katzen haben zusätzlich die ersten und erheblichen Kosten beim Tierarzt gespart. Zusätzlich gibt es für diejenigen, die sich zur Adoption entscheiden, eine Beratung, damit die Miezekatze nicht zur miesen Katze wird. Natürlich hoffen die Tierheimmitarbeiter auf eine große Nachfrage. Denn nach mühevoller Pflege stehen die Samtpfoten jetzt in der Vermittlung und sollen verantwortungsvollere Tierhalter im artgerechten Zuhause finden.

Norbert Schlösser bemängelt in diesem Zusammenhang die Oberflächlichkeit vieler Katzenbesitzer vor der Anschaffung: ,,Die meisten übersehen, dass eine Katze über 20 Jahre alt werden kann, außerplanmäßige Tierarztkosten anfallen und sich auch die Lebensumstände der Besitzer in diesem Zeitraum ändern.“ Besonders in der Urlaubszeit werden viele Katzen ausgesetzt, weil sie lästig geworden sind oder keine private Pflegestelle vorhanden ist. Norbert Schlösser appelliert deshalb, sich bei Problemen mit Haustieren jeglicher Art erst einmal Rat im Tierheim zu holen und nicht voreilig zu handeln. Aussetzen sei die denkbar schlechteste Lösung. Außerdem sei es sehr wichtig, gechipte Tiere bei Haustier-Registrierstellen wie beispielsweise Tasso und Findefix anzumelden.

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Kontakt: 038208/357