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Streitpunkt Kein Parken am Wendeplatz

Von kindlera | 24.06.2018, 05:00 Uhr

Stäbelower Flohmarkthallenbetreiberin kritisiert Haltung der Gemeinde, die auf aktuelle Ordnung besteht.

Erst seit November vergangenen Jahres betreibt Claudia Thimm ihre Flohmarkthalle im Gewerbebiet von Stäbelow – und das bisher erfolgreich – dennoch stehen ihr die Sorgenfalten auf der Stirn. Das Problem: Das Ordnungsamt hat die Kurzzeitparker ins Visier genommen, die im Wendehammer direkt vor der Halle stehen. „Dort herrscht eingeschränktes Halteverbot“, weiß die 35-Jährige. „Wenn ich meine Halle am Wochenende öffne, habe ich schon versucht, dass die Leute nicht im Wendehammer parken und sie auf Parkplätze eingewiesen.“ Allerdings würden die meisten Besucher dies falsch deuten und wieder wegfahren. „Das ist geschäftsschädigend“, so Thimm.

Mit ihrem Problem hat sich die Stäbelowerin an das Ordnungsamt des zuständigen Amtes Warnow-West und den Bürgermeister gewandt. Ihr Wunsch: Das eingeschränkte Halteverbot am Wochenende in diesem Bereich aufheben. „Zumal alle anderen Anlieger des Wendehammers am Wochenende eh nicht arbeiten“, begründet sie. „Wir achten auch darauf, dass die Rettungs- und Notwege freigehalten werden. Und bei Bedarf können wir die Fahrzeughalter sofort ausrufen lassen.“ Bisher sind all ihre Bemühungen aber vergebens geblieben. Die Gemeinde besteht auf die aktuelle Parkordnung. Auf Nachfrage zur Situation im Wendehammer und die Gründe für die Entscheidung lässt Bürgermeister Hans-Werner Bull mitteilen: „Hier kann es auch gar keine Ausnahmen geben, da dieser Wendebereich entsprechend seiner Verkehrsbedeutung zu jeder Zeit seine Funktion erfüllen muss.“ Zusammen mit einem Vertreter des Ordnungsamtes war er bereits vor Ort. „Sie sind aber schon mit der Absage hergekommen“, erzählt Thimm. Auf Nachfrage, wer die Parkordnung ändern könne, sei ihr die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Rostock genannt worden. „Dort hieß es aber, dass sie nichts machen können, wenn die Gemeinde es nicht möchte“, so die Geschäftsfrau. Sie kritisiert die unnachgiebige Haltung der Verantwortlichen. „Hier wird eine gewisse Arroganz an den Tag gelegt. Gewisse Vertreter gehen relativ wenig auf den Bürgerwillen ein. Schließlich profitiert die Gemeinde auch und wird durch die Flohmärkte bekannter“, pflichtet Vater Jobst Thimm bei. „Es wird einem keine Hilfe gegeben“, so die Hallenbetreiberin, die Angst hat, dass Kunden und Händler ausbleiben, wenn Strafzettel verteilt werden. „Ich habe mich für 30 Jahre hoch verschuldet“, nennt die 35-Jährige ihre Sorgen. Bull jedoch betont, dass die Gemeinde ein gutes Verhältnis mit den Gewerbebetrieben pflegt und bei aktuellen Entwicklungsthemen eng mit ihnen zusammenwirkt. Zudem erklärt er: „Die Besucher der Flohmarkthalle können am Wochenende im gesamten Gewerbegebiet ohne zeitliche Beschränkung parken.“ Nur im Wendehammer nicht, hier sei lediglich das Ein- und Aussteigen bis maximal drei Minuten zulässig.