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Landkreis Rostock Kindersegen für die Adebare

Von kindlera | 06.08.2018, 08:00 Uhr

Storchenexperte zieht Bilanz: 70 Jungtiere in den Horsten rund um Rostock, aber die Zahl der Brutpaare ist niedrig.

Wenige Brutpaare, aber viel Nachwuchs – das ist das Fazit, das Stefan Kroll, Weißstorchbetreuer des Naturschutzbundes Deutschland dieses Jahr für den Altkreis Bad Doberan, zieht. „Nachdem es 2017 mit nur noch 38 Brutpaaren das mit Abstand schlechteste Ergebnis aller Zeiten gegeben hatte, war es in diesem Jahr mit 39 am Ende auch nur ein Paar mehr. Dabei begann die Saison sehr vielversprechend“, erklärt Kroll. Die vom Osterschnee überschwemmten Flächen zogen laut dem Experten viele Rotstrümpfe an. „Dann aber wurde es schnell wieder sehr trocken und etliche Störche zogen weiter.“

In einigen Horsten wurden dann auch neue Paare gesichtet (Broderstorf, Groß Lüsewitz, Göldenitz bei Dummerstorf, Hohen Gubkow, Wolfsberg, Kritzmow und Göldenitz bei Schwaan). Andere wie beispielsweise in Volkenshagen, Albertsdorf und Stubbendorf blieben dafür leer.

Obwohl die Trockenheit im Mai und Juni ein schlechtes Ergebnis beim Adebarnachwuchs befürchten ließ, hatte das Wetter auch etwas Positives: Die kleinen Rotstrümpfe blieben in diesem Jahr von kalten Nächten und anhaltendem Starkregen verschont, weiß der Experte, der zusammen mit seinen Helfern in 27 Nestern insgesamt 70 Jungstörche zählen und 60 davon beringen konnte. „Zwölf Paare blieben ohne Erfolg. Bemerkenswert sind vor allem die jeweils vier Jungen in Wendfeld, Gnewitz und Schmadebeck. An den beiden letzten Standorten liegt ein derartig gutes Ergebnis schon Jahrzehnte zurück. Unter dem Strich ist der durchschnittliche Bruterfolg pro Paar mit 1,79 der beste seit 2007“, bilanziert Kroll.

Allerdings, so die Statistik, wird wohl nur jeder vierte bis fünfte Storch von ihnen das Alter (drei bis vier Jahre) erreichen, in dem sie das erste Mal brüten. „Der älteste Brutstorch der Region stammt aus Ostvorpommern und ist aktuell bereits 14 Jahre alt. Er brütet seit 2010 in Petschow. In diesem Jahr sind dort drei Jungstörche herangewachsen. Insgesamt kehrten in diesem Jahr 12 von 14 beringten Altstörchen aus ihren Überwinterungsgebieten in Afrika beziehungsweise Spanien in unsere Region zurück“, erklärt Kroll.