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Neue Kita in Rostock Verkehrsproblem in Brinckmansdorf vorerst weggeschoben

Von Katrin Zimmer | 23.03.2020, 20:04 Uhr

Weil die von der Stadt angebotenen Lösungen Anwohnern nicht schmeckten, wird in dem Viertel gefahren wie bisher.

Mehr als 120 Kinder sollen bald wieder im Korl-Beggerow-Weg im Rostocker Stadtteil Brinckmansdorf spielen und lernen. Dort baut die Hansestadt für gut 2,7 Millionen das neue Kinnerhuus Richard Baumann. Weil dort dann aber täglich viel mehr Eltern vorfahren werden als bisher, droht der Verkehrskollaps. So die Ansicht des zuständigen Ortsbeirats. Vorsorglich sollte eine Lösung her. Doch die liegt jetzt scheinbar mindestens ein Jahr lang auf Eis - wegen einzelner Beschwerdeführer.

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Stadt legte fünf mögliche Lösungen vor

Gleich fünf Varianten hatte die Stadt in einer Machbarkeitsstudie erarbeiten lassen. Die wurden dem Ortsbeirat im Januar vorgestellt. Die Mitglieder wählten fast einstimmig ihren Favoriten, so der Vorsitzende Karl Scheube (SPD).

In der präferierten Variante sollte eine Einbahnstraße vom Klöster-Klickermann- über den Korl-Beggerow- bis zum Brinckmansdorfer Weg gezogen werden. Sechs Stellplätze für Kurzzeitparker, kein Durchgangsverkehr und ein neuer Gehweg - so die Eckdaten. Doch im Februar gingen ihnen Anwohner auf die Barrikaden, berichtet Scheube.

Schon im Vorfeld habe er empörte Anrufe und E-Mails bekommen. Auf der Sitzung hätten sich einzelne Bewohner dann unter anderem vehement gegen die Einbahnstraßen-Lösung ausgesprochen. "Da haben wir dann gesagt, wir lassen erst mal alles beim Alten", sagte Scheube am Dienstag.

Viel Geld in Planung geflossen

"Im Frühjahr 2021 soll der Vorgang nochmal im Ortsbeirat auf die Tagesordnung gesetzt werden", so der Brinckmansdorfer weiter. Das sei ärgerlich, weil die Stadt bereits Geld für die Planung ausgeben habe. Doch vorerst komme man bei dem Thema nicht voran.

Betreiben wird die Kita Kinnerhuus Richard Baumann künftig das Institut Lernen und Leben (ILL). Fertig werden sollte sie ursprünglich im April. Wegen der Corona-Pandemie wird sich der Eröffnungstermin jedoch möglicherweise verschieben.

Im neuen Haus entstehen Sport- und Begegnungsräume, Theater und Atelier sowie eine Sauna. Die Kita wird barrierefrei sein. Derzeit sind die Kinder in der Kinderkunstakademie in Kassebohm untergebracht. Sie mussten 2017 aus dem alten Gebäude ausziehen. Es wurde abgerissen.

Bereits Ende 2018 hatte der Ortsbeirat um Scheube gefordert, noch vor der Eröffnung der Kita nach "tragbaren Lösungen zur verkehrlichen Entlastung" zu suchen.

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