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Norddeutsche Neueste Nachrichten Klares Signal

Von Andreas Herholz | 31.08.2009, 07:14 Uhr

Rums! Das hat gesessen.

Verliererin des Abends ist die große Koalition. Die beiden Regierungspartner Union und SPD müssen in den Ländern Federn lassen. Mag die Kanzlerin auch noch so sehr beschwören, dass die Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und im Saarland keine Testwahlen für die Bundestagswahlen seien - das Signal ist deutlich. Denkzettel für die einst großen Volksparteien, vor allem für die CDU. Proteststimmen für die Kleinen. Allein die Grünen können nicht vom Wählerfrust profitieren. Natürlich spielen auch regionale Besonderheiten eine Rolle. Doch dürfte auch der Schlafwagenwahlkampf von Union und SPD viele Wählerinnen und Wähler abgeschreckt haben. Angela Merkel wollte nicht, Frank-Walter Steinmeier konnte nicht. Attraktiv ist anders. Der Super-Wahlsonntag zeigt vor allem eines: Die Union kann sich nicht sicher sein, ob es am 27. September für das von ihr angestrebte Bündnis mit den Liberalen reichen wird. Schwarz-Gelb ist keine sichere Bank. Und der SPD ist es einmal mehr nicht gelungen, die ersehnte Trendwende herbeizuführen. Dennoch: Den Sozialdemokraten könnte dieser Abend wieder Mut machen. Eine Mehrheit von Union und FDP lässt sich vielleicht verhindern. Womöglich können sich die Genossen in Berlin wieder in eine große Koalition retten oder gar mit anderen Partnern eine eigene Mehrheit erreichen. Rot-Rot-Grün oder rot-gelb-grüne Ampel - neue Hoffnung, die die SPD-Wahlkämpfer in den letzten vier Wochen vor der Bundestagswahl noch einmal motivieren dürfte. Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel dürfte jetzt alle Hände voll zu tun haben, Nervosität und Unruhe in den eigenen Reihen in Grenzen zu halten. Der Schlafwagenwahlkampf dürfte jetzt jedenfalls endgültig vorbei sein.