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Handball Klaus Langhoff wird am Donnerstag 80

Von Bernd-Dieter Herold | 05.12.2019, 19:15 Uhr

Der Jubilar, der in Wustrow lebt, ist unbestritten eines der Gesichter des deutschen Handballs.

Er ist unbestritten ein Gesicht des deutschen Handballs: Klaus Langhoff. Seine Visitenkarte als Sportler und Trainer ist riesig lang: 141 Länderspiele (171 Tore), Feldhandball-Welt- und -Vize-Weltmeister, Europapokalsieger mit dem SC DHfK Leipzig, sechsfacher DDR-Meister, Teilnahme an den Olympischen Spielen 1972 in München, in Moskau 1980 als Co-Trainer an der Seite von Paul Tiedemann mit der Goldmedaille durch die „Potti“ Wahl, „Schorsch“ Jaunich & Co. sowie acht Jahre später in Seoul. Am Donnerstag begeht er seinen 80. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch und für den passionierten Segler, Tennisspieler und Inline-Skater weiterhin beste Gesundheit.

Klaus Langhoff, seit 57 Jahren glücklich mit seiner Renate verheiratet, hat sich nach der Wende vor allem um den Nachwuchs im Deutschen Handball-Bund (DHB) verdient gemacht. Dabei hätte seine Fachkompetenz durchaus bei den „Großen“, der Erwachsenen-Elite, eine Rolle spielen können, ja, sogar müssen. Als „Beitrittskarte“ zum einheitlichen Deutschland hatte der in Wustrow lebende frühere Abwehrspezialist die Olympia-Qualifikation der DDR mit eingebracht.

Die BRD unter Coach Horst Bredemeier und Dietrich Späte war damals nur zweitklassig. Doch die DHB-Oberen wollten an ihrem Duo festhalten, nicht einem so genannten „Ossi“ die Verantwortung für Barcelona 1992 übertragen. Der gebürtige Rostocker war nur dritte Wahl. Auch unterschiedliche Auffassungen zur Vorbereitung auf Höhepunkte ließen den dann von 1991 bis 1995 als Coach beim LTV Wuppertal tätigen Langhoff absagen: „Konsequenz ist eine der Charakter-Eigenschaften eines Mecklenburgers.“

Langhoff kümmerte sich fortan um den Nachwuchs. Bis 2004 war er verantwortlicher Trainer für den gesamten männlichen Bereich. Generationen von Spielern gingen durch seine fachkundigen Hände. Erst im Februar – zwei Monate nach der Eintragung in das Ehrenbuch des DHB bei einem Länderspiel in Rostock – wurde er bei einer Nachwuchssichtung in Kienbaum durch den DHB offiziell verabschiedet.

Eine Laudatio hielt auch Jochen Beppler, der als junger Coach viel von Langhoff gelernt hatte: „Klaus bringt sich durch sein unglaubliches Handball-Wissen, seine Menschenkenntnis und Nähe zu den jungen Spielern immer hervorragend ein. Er war und ist stets ein Mentor, Ratgeber, absolutes Vorbild.“

Lassen vom Handball kann der 80-Jährige aber trotzdem nicht: „Es lohnt sich immer, für diesen zu kämpfen, sich zu engagieren. Wenn ich für den DHB-Nachwuchs gebraucht werde, stehe ich immer bereit.“ Worte, die auch beim HC Empor nicht überhört werden sollten...