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Klein Kussewitz Brennerei Männerhobby schmiedet Expansionspläne

Von Antje Kindler | 13.10.2020, 19:13 Uhr

Brennerei-Chef Martin Neumann will 2022 neue Halle in Klein Kussewitz errichten. Der Fokus soll auf Erlebbarkeit liegen.

Die kleine Brennerei Männerhobby aus Klein Kussewitz will sich vergrößern. Wenn alles nach Plan läuft, könnte die Produktion der hochprozentigen Getränke wie Gin, Kümmel und Co. bereits in zwei Jahren am neuen Standort erfolgen. "Wir müssen expandieren, wir leiden unter akutem Platzmangel", sagte Martin Neumann, Geschäftsführer der Brennerei, zu den Gründen für die Expansionspläne.

Geplant ist, am Ortsausgang Richtung Bundesstraße 105 eine neue, etwa 2500 Quadratmeter große Halle zu errichten. Derzeit wird noch in der rund 750 Quadratmeter großen Halle inmitten des Dorfes im Siedlungsweg 4a-b gebrannt und verkauft. Die neue Lage am Dorfrand sei bewusst gewählt. "Wir wollen nicht ins Gewerbegebiet ziehen. Denn mit der neuen Brennerei wollen wir uns mehr öffnen und ein Erlebnis schaffen. Und wir wollen unserem Namen gerechter werden", so Neumann.

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Ein Ort, an dem Männer Männer sein dürfen

Laut dem Geschäftsführer sei vorgesehen, mit dem neuen Standort ein Ausflugsziel zu schaffen, "in dem Männer Männer sein können". Frauen könnten demnach beispielsweise einen gemeinsamen Wellness-Urlaub machen, auch für Familien gebe es Angebote, aber für Männer fehle noch etwas. Dafür will Neumann nach ersten Ideen künftig Schnapsbrenn-Kurse anbieten, ebenso wie Führungen für Reisegruppen.

Zudem sei ein Gastronomie-Bereich in dem Neubau geplant. "Wir wollen auch wieder Veranstaltungen anbieten. Die laufen bereits erfolgreich." Allerdings würde das Team aktuell keine zusätzlichen Angebote mehr stemmen können.

Mit der neuen Brennerei sollen nicht nur die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter verbessert und die Verkaufsfläche vergrößert werden, sondern vor allem die Produktion mit einer dritten Anlage erweitert werden. Derzeit würden in den beiden 600 und 2000 Liter fassenden Brennblasen, die quasi ununterbrochen laufen, 54 Männerhobby-Produkte sowie 40 für Kunden hergestellt.

Produktpalette soll erweitert werden

"Wir stehen momentan auf der Bremse, denn wir könnten mehr machen", so Neumann. So soll zukünftig auch das Thema Bier eine Rolle in Klein Kussewitz spielen. "Wir würden die Idee gern mit einer lokalen Brauerei umsetzen." Kontakte gebe es laut dem Geschäftsführer bereits. "Kräuter fehlt uns zum Beispiel auch noch", sagte der Geschäftsführer zur möglichen Produkterweiterung. Dabei setzt das Männerhobbyteam nicht nur auf eigene Ideen, sondern auch auf Anregungen von Kunden. Schon im Frühjahr wollen sich Neumann und sein Team dann mehr dem Thema Whisky und Korn widmen.

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Aktuell ist die Fläche, auf der die neue Brennerei entstehen soll noch Acker. Aber der Aufstellungsbeschluss zur notwendigen Änderung des Teilflächennutzungsplans sei bereits von der Gemeinde angeschoben worden. Schließlich sei Bentwisch eine wirtschaftsfreundliche Gemeinde, so Bürgermeister Andreas Krüger (parteilos) in seiner Oktober-Kolumne. 2010 wurde sie sogar als wirtschaftsfreundliche Gemeinde des Landes MV geehrt. "Darauf sind wir sehr stolz und machen keinen Hehl daraus, dass wir die hier ansässigen Unternehmen gern unterstützen und fördern", so Krüger weiter.

Neumann hofft, dass Anfang 2022 dann das Baurecht vorliegt und er loslegen kann, sodass die neue Brennerei Ende 2022 steht. Dort würden dann auch neue Arbeitsplätze entstehen. "Ich denke, dass wir uns verdoppeln", sagte Katharina Neumann, die im Unternehmen für das Controlling verantwortlich ist. Aktuell arbeitet ein 16-köpfiges Team bei Männerhobby. Seit Kurzem gehört auch Maximilian Rölle dazu. Der 24-Jährige ist der erste Auszubildende im Unternehmen, der hier seine Lehre zum Destillateur absolviert.

Nachnutzung der aktuellen Brennerei noch offen

Zu den geplanten Kosten, die in den neuen Standort investiert werden sollen, wollte Neumann noch keine Angaben machen. Allerdings sei bereits klar, dass im alten Gebäude dann nicht mehr gebrannt wird. "Die Nachnutzung ist noch unklar. Vielleicht nutzen wir die Halle dann als Fasslager", so Neumann.

Am 28. November findet der nächste Tag der offenen Brauerei statt. Zwischen 9 und 17 Uhr werde Besuchern dann gezeigt, wie der Betrieb bei Männerhobby läuft. Die Teilnehmerzahl ist auf 220 Personen begrenzt, Karten gibt es auf der Homepage von Männerhobby.